Ankündigung

Einklappen

Einstellung des Forum

Liebe Mädchen-User*innen,

leider werden wir am 17.5. das Mädchen.de-Forum aufgrund von Sicherheitsbedenken abstellen.
Die Mädchen.de-Redaktion möchte sich auf diesem Wege von unseren treuen Useri*innen verabschieden und für all die gemeinsamen Jahre herzlich bedanken.

Doch wie sagt man so schön: niemals geht man so ganz!
Und Mädchen.de ist nach wie vor für dich da – außerdem erreichst du uns über unsere Social Kanäle, wie Facebook, Instagram und Pinterest.
Oder melde dich doch gleich für unseren Newsletter an und verpasse keine News mehr rund um die Themen Love, Beauty, Fashion und Gewinnspiele! Gehe dafür einfach auf www.maedchen.de/newsletter und trage dich direkt ein. Freue dich auf die spannendsten Artikel – gesammelt in deinem Postfach. Alles auf einen Blick.

Wir danken dir für dein Verständnis – see you
Mehr anzeigen
Weniger anzeigen

Todsünde und Falle: Wie mich Pornographie veränderte

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Todsünde und Falle: Wie mich Pornographie veränderte

    Eins vorweg; Sollte das ein falsch gewähltes Unterboard sein, entschuldige ich mich und bitte es zu verschieben. Vielen Dank und Gruß an die Moderatoren!



    Hallo!



    Ich hoffe, hier werde ich ernst genommen, Mädchen schenke ich von Natur aus irgendwie mehr vertrauen als meinem eigenen Geschlecht. Was das Thema angeht, so kann man unter Jungenkreis auch einfach nie ernst genommen werden, habe ich das Gefühl. Dabei muss ich unbedingt mal etwas loswerden, was mich seit Jahren schon belastet. Es ist meine kleine Geschichte. Ihr werdet mir kaum helfen können, aber wenn ihr sie durchliest tut ihr schon was für mich, denn ich brauche gerade jemanden, der mir einfach nur zuhört.


    Jeder hat seine „Todsünden“. Ich habe zum Glück nie mit dem Rauchen angefangen, habe nie Drogen genommen, noch nie Diebstahl begangen, habe mich noch nie mit irgendjemand geprügelt und bin auch noch nie aktenkundig geworden. Und doch, ich habe auch eine Todsünde. Etwas, was viele nicht mal als sündhaft ansehen, was mich aber immer mehr belastet.


    Es begann alles im zarten Alter von 12 Jahren, als ich den ersten Porno bei einem Kumpel in der Nachbarschaft gesehen habe. Er wollte mich nur damit beeindrucken, glaube ich. Wie wir Jungs halt so sind in dem Alter. Komischerweise fand ich es nicht besonders abstoßend, aber anziehend auch nicht gerade. Ich habe mich sogar darüber lustig gemacht und es ganz locker genommen. Dazu muss man sagen, dass ich eigentlich auch sehr spät aufgeklärt worden bin. Beziehungsweise mich selber aufgeklärt habe. Erst kurz zuvor, in demselben Jahr hatte ich überhaupt verstanden, wie Geschlechtsverkehr abläuft. Eine Abbildung in einem normalen Sachbuch erklärte mir auf einmal alles, was ich während der ganzen Sexualkundestunden in der 4. Klasse nicht verstanden hatte.


    Ich selber hatte auch schon einen Computer, allerdings ohne Internetzugang. Internet bekam ich dann wenige Monate später. Mein Vater hatte nie an einen Kinderschutz oder sowas gedacht. Ich selber wollte mich einfach dazu zwingen, keine Pornoseiten aufzurufen. Auch mit 14 klappte das noch ganz gut, doch dann rief ich bestimmte Seiten mit pornographischem Material immer öfter auf. Ich weiß nicht, wie das plötzlich kam, aber irgendwie entwickelte ich immer mehr Interesse dafür. Die meisten Videos und Bilder schockierten mich, ja sie widerten mich regelrecht an. Bei sogenannten „Blow-Jobs“ kam mir oft sogar das Würgen, ich fand es einfach ekelhaft. Doch je öfter ich mir sowas ansah, umso interessanter fand ich es auf einmal. Heute spule ich manchmal zum Schluss vor, um genau das zu sehen, was mich vorher so anwiderte. Und ich hasse mich dafür.


    Ich merkte mir bestimmte Stichwörter und suchte eher nach Softcore Pornographie. Pornobilder und –videos wurden so insgesamt immer interessanter und irgendwann schaute ich mir sie fast täglich an und begann sie abzuspeichern und aufzunehmen. Lange schaute ich mir sie nur an, doch irgendwann wagte ich mich unten dazu auch anzufassen. Genau in dem Moment wo ich dann gekommen bin, habe ich genug davon. Ich schalte dann schnell den PC aus. Ich will es keine Minute länger ertragen müssen. Denn es ist wie eine Droge, habe ich manchmal das Gefühl. Die Bilder berauschen und mein Trieb vernebelt mir den Geist. Sobald mein Trieb besänftigt scheint, meldet sich wieder der Verstand mir seiner Moralpredigt. Er sagt: „Pornographie, das sind abschreckende, pervers-kranke Bilder! Sie geben einem falsche Vorstellungen, degradieren die Frau zu einem Begierdeobjekt, geben trügerische Idealbilder vom nie besänftigten Mann. Nur kranke Menschen sehen sich Pornos an. Bist du krank?“


    Bis heute wirken die meisten Videos auf mich abstoßend. Jedes Video, indem mir die Darstellung gespielt erscheint, klicke ich weg. Schwulenvideos habe ich mir auch noch nicht angesehen, möchte ich auch nie. Aber bestimmte Videos, indem vor allem noch eine engere Bindung und eine Liebe zwischen den Akteuren zu bestehen scheinen, mag ich, speicher ich ab, schaue ich mir hunderte Male an. Vielleicht ist das auch nur ein Indiz dafür, dass ich mich eigentlich nach Liebe sehne, gar nicht nach den Bildern. Denn immer dann, wenn es mir besonders schlecht geht und ich noch weniger soziale Nähe habe als sonst, schaue ich mir sie besonders auf an. Und ich suche auch oft nach Erfahrungsberichte über den ersten Kuss, über das erste Date, die erste Freundin – all das hatte ich noch nicht und meine Chancen sind gering. Weil ich allerhöchstens mit Charakter und geistiger Stärke glänzen könnte, am allerwenigsten wohl mit Aussehen. Ich bemühe mich, was daran zu ändern, aber daran ist nicht viel zu machen. Ich bin einfach nicht der Typ, auf den Mädchen so stehen. Und damit habe ich mich irgendwie auch ganz gut abgefunden.


    Ich habe mir auch irgendwie angewöhnt, zwischen Sex und Liebe stark zu trennen. Das eine ist für mich nicht mehr das andere. Ganz merkwürdig ist das. Früher dachte ich immer an die Mädchen, in die verliebt gewesen bin, während ich onanierte oder versuchte in den Akteuren bekannte Gesichter zu erkennen. Das mag ich nun gar nicht mehr. Irgendwie beflecke ich sie mit solchen Gedanken doch nur, denk ich mir. Denn sobald ich dann vor ihr stehe denke ich daran. Es verdirbt meinen Charakter. Und so kommt es, dass wenn ich mal verliebt bin, ich meist auch einen strickten Entzug versuche. Manchmal muss ich in solchen Situationen an Opfer von Vergewaltigungen denken, die in späteren Partnerschaften keinen Sex mehr haben wollen. Denn ich mag den Gedanken heute überhaupt nicht, Sex mit jemand zu haben, den ich sehr mag.


    Ich weiß nicht, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Warum mussten diese Seiten überhaupt existieren, warum haben sie keinen Kinderschutz, warum wurde bei meinem PC kein Kinderschutz eingerichtet, warum sprachen die Eltern nie darüber, warum konnte man niemanden seine Probleme damit anvertrauen ohne sich lächerlich zu machen? Die meisten Jungs verheimlichen es nicht, dass sie sich sowas ansehen. Mir jedoch ist es nach wie vor sehr peinlich. Ich mag auch niemals eine Prostituierte ansprechen – aber ich fürchte, dass es eines Tages noch so weit kommen wird, wenn ich nicht endlich von den Clips und Bildern loskomme. Nicht mal die Playboy Zeitschrift würde ich mir je kaufen. Alles nicht mein Typ, den ich nach außen gebe. Und alles nicht der Typ, der ich am liebsten sein würde.


    Eigentlich mag ich das nicht mehr, möchte einfach meine Erfahrungen in Beziehungen sammeln. Doch bei der Damenwelt habe ich wenige Chancen und damit rechtfertige ich mich, damit besänftige ich meine Bedenken: „Warum nicht? du kommst ja eh nie in den „wahren“ Genuss! Du wirst ja eh nie eine abkriegen, du Versager. Reih dich ruhig zu den ganzen Perverslingen ein, die sich die Nudel vorm Bildschirm schruppen! Dann siehst du es wenigstens wie es die Nichtversager machen!“ Dann aber wieder: „Nein – das ist doch nicht meine Welt! Besonders nicht meine! Gutbürgerliches Elternhaus, hier hat doch noch keiner so einen Schmuddelkram auch nur berührt! Wie kannst du nur so etwas ansehen? Schäme dich, SCHÄME DICH!“


    Was soll ich nur tun? Ich versuchte den Entzug. Einmal, zweimal, zehnmal - sicher mehr als hundert Mal. Jeden Tag wo ich nicht die Bilder und Clips sehe, versuche ich es wohl. Aber ich komme nicht davon los. Nicht heute und nicht morgen. Ich bleibe für immer an diesem widerlichen Kram kleben und mein Traum, einmal eine Familie zu gründen und Kinder und Liebesleben zu haben rückt mir jedem Bild, mit jedem Clip noch weiter in die Ferne. Das glaube ich zumindest zu spüren. Hätte ich doch bloß nie damit angefangen! Hätte ich doch weggesehen, als mein ach so toller Freund mir das Internetvideo zeigte! Aber stattdessen Lachen, stattdessen diese gezwungene Coolness. Schlagen könnte ich mich dafür, nach jedem Bild, nach jedem Clip. Und immer wieder frage ich mich: Wie kann ich nur, wie konnte ich nur!?


    Danke, dass ihr euch die Zeit zum Lesen genommen habt.

    #2
    HI!
    Erst mal finde ich du hast eine merkwürdige einstellung zu Pornos und dir selbst.

    Pornos schauen ist doch keine Todsünde, ich würde sagen fast alle Menschen (auch Frauen) mit zugang zu solchem Material tun das. Und du weißt ja ganz genau das es nur gespielt ist und nicht die Realität ist. Denn darin ligt würde ich sagen die gefahr bei Pornos schaun, das man denkt das private Sexleben sollte genauso ablaufen.

    Und zu deinem Aussehen, du siehst doch ganz gut aus, das einzige was dir fehlt ist Selbstbewusst sein. Denn es gibt nichts was anziehender auf Frauen wirkt als ein Selbst bewusster mann. Und dann kommt es sowieso nicht so auf das Aussehen an.

    Sei enfach mal Selbstbewusst steh zu dem was du bist und tust ohne dich dafür zu schämen.

    Gruß Juls

    Kommentar


      #3
      Ich seh das so wie Juls, bzw. ich sehe das konkrete Problem nicht. Du erzählst was von "gutbürgerlichem Haus" und dass du dich schämst anderen Leuten beim Sex zuzuschauen, Leuten, die in Kauf nehmen von jedem gesehen zu werden. Ich möchte darauf gerne sensibel reagieren, aber das ist in meinen Augen erstmal nur Geschwafel. Deine Eltern hatten bestimmt auch Sex, sicher mehr als ein Mal und haben auch schon andere Leute dabei beobachtet. Was die in Ihrem Schlafzimmer sonst so machen geht niemanden was an, aber ich denke nicht, dass es da so viel anders zugeht, als in den meisten Softpornos - so funktioniert nunmal Sex.

      Ich verstehe deine Einstellung zu deiner eigenen Sexualität und deine Einstellung zur Sexualität anderer Leute nicht. Und statt dich damit auseinanderzusetzen läufst du weg, wünschst dir du wärst nie damit in Kontakt gekommen und stempelst andere Leute wegen ihren Vorlieben als Perverse ab. Ich kann nur hoffen, du hörst mal auf zwischen Liebe und Sex zu unterscheiden und kümmerst dich mehr darum, zwischen deiner Einstellung zu Sexualität und deinem Wunsch nach einer festen, erfüllenden Partnerschaft zu differenzieren. Du sperrst dich damit nur gegen etwas das in dir brodelt, wenn du anfängst deine eigene Sexualität zu unterdrücken anstatt dich damit auseinanderzusetzen schaufelst du dir dein eigenes Grab.

      An diesen Punkt wirst du immer wieder kommen, irgendwann gibt es nichts mehr von der Seele zu schreiben, dann musst du dich deinen Ängsten stellen. Nimm dein Leben in die Hand, so lange dich der Frust noch nicht auffrisst, professionelle Hilfe ist keine Schande, Ärzte unterliegen der Schweigepflicht.

      Kommentar


        #4
        also erstens mal du darfst das alles nicht zu sehr dramatisieren. ich würde es aber auch nicht verharmlosen. du könntest tatsächlich vereinsamen wenn du so weitermachst. jedoch ist es kein verbrechen pornos anzusehn. mich selbst widern sie an, deswegen sehe ich mir so etwas nicht an. ich finde es aber nicht schlimm, wenn andere es tun. es sollte aber nicht die einzige form von sexualität sein die du kennst. und, dass dir diese filme das gefühl geben, dass sex absolut nichts mit liebe zu tun hat kann ich verstehn. genau deeswegen hasse ich diese filme.
        das gute ist, dass du dein problem selbst erkannt hast. jetzt musst du nur etwas dagegen tun. versuch einen entzug. und was dein aussehn betrifft und, dass du denkst du würdest nie eine freundin bekommen. da muss ich dir wiedersprechen. du siehst ganz normal aus und deine einstellung ist eine sehr gute. du respektierst frauen und bist sehr intelligent (was man an deiner schreibweise erkennt). glaub einfach an dich und verkriech dich nicht in deinem selbstmitleid.
        genau das ist so schade. die größten arschlöcher denken von sich sie wären die größten und machen alle mädels an, obwohl es für uns alle besser wäre wenn solche typen uns erspart bleiben würden. während solche netten, sympatischen und intelligenten jungs,wie du nicht an sich glauben und sich im zimmer verkriechen. glaub mir. viele mädchen würden sich über jemanden wie dich als freund freuen!
        bitte gib die hoffnung nicht auf sondern versuch dein leben zu ändern !

        Kommentar


          #5
          Ich verstehe das Problem nur Ansatzweise.
          Pornografie ist ein Konsumgut. Man konsumiert und sie und fertig.

          Die Darsteller wissen in der Regel worauf sie sich einlassen.
          Bei härteren Filmen sind die Frauen oft Neigungsdarsteller die ihren Masochismus oder ihre Nymphomanie ausleben.

          Letzendlich sind es aber nur Filme.
          Und die verkaufen sich so gut, das in fast jedem Deutschen Haushalt mindestens einer, liegt.

          Dein Problem scheint eher da drin zu liegen das sich deine Moralvorstellungen.
          Nicht mit deinem sexuellen Verlangen vertragen.
          Dazu muss man erst mal beides als Persönlichkeit annehmen.
          Ein Psychologe könnte das zusammen fügen.

          Es scheint bei dir auch eher ein Soziales Problem zu sein.
          Der Trieb ist nun mal da. Man hat keine Freundin und auch sonst niemanden mit dem man Sex erleben kann. Also greift man auf Ersatzbefriedigigungen zurück.
          Vermutlich wäre die Lust Pornos zu schauen gar nicht mehr so gross wenn du eine süsse Freundin hättest.

          Das Problem an der Pornografie ist ja auch das sie sehr einseitig ist.
          Sie bietet einem nie das was man wirklich sehen woll.
          Es gibt keine Nähe zwischen den Partnern. Keine Romantik...
          Handlungen sind einfach nur schlecht und plump.
          Das macht Porno ja auch so billig und lebensfremd.
          Aber es gibt kaum eine Möglichkeit auf was anspruchsvolles zurück zu greifen.

          Die Filme die man für die Seele braucht gibt es irgendwie nicht.
          Man kann nur diesen Müll sehen oder muss es eben lassen.

          Deshalb habe ich mir das Pornosehen wieder abgewöhnt und lasse lieber meine Phantasie laufen. Nur da sind die Gefühle, Bilder, Stimmungen die mich wirklich erregen.
          Den Film in meinem Kopf finde ich nur in mir.
          Die Phantasie ist besser als jeder Film. Wenn man genug Phantasie hat.
          Zuletzt geändert von Moonrise; 17.04.2012, 12:14.

          Kommentar


            #6
            Ich glaube, dass nicht dieser Clip den du mit 12 gesehn hast, dich in diese Lage gebracht hat, sondern vielmehr deine Erziehung.
            Du schriebst ja von einem "gutbürgerlichen Elternhaus, welches auch nie in die Berührung mit solchen Schmuddelkram kommen würde". Nun, ich glaube, dass da der Grund für deine Gefühle liegt. Von klein auf wurde dir beigebracht, dass Mastrubation etwas schlimmes ist und Pornos noch viel mehr.
            Also warum löst du dich nicht einfach von dieser Einstellung. Wenn einem irgendwas - was es auch immer sei- ein gutes Gefühl gibt, warum sollte es man dann unbedingt unterlassen?!
            Angenommen Eis essen würde als moralisch schlecht deklariert werden.
            Im geheimen Hinterstübchen würde es noch immer jeder heimlich in sich reinschlecken.
            Ich hoffe meine Metapher versinnbildlicht dir, was ich sagen will.

            Nimm doch die Dinge einfach wie sie sind und hör auf dich selbst schlecht zu machen. Denn durch dieses mangelhafte Selbstbewusstsein, ist die Anziehungskraft für Frauenm auch nicht grade besonders riesig.
            Dagegen kann man aber was machen.
            Mein Freund zB sieht auch nicht grade aus, wie ein Model. Er hat aber so einen wahnsinnig tollen Charakter, den man zwar nicht auf den ersten Blick sieht, aber wenn man hinter die Kulissen schaut ist er 1000mal mehr wert, als irgendeiner, der sich stndig im sein Aussehen bemüht.
            Und auch bei dir glaube ich, dass es so oder so ähnlich sein muss.

            Kommentar

            Lädt...
            X