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    #16
    Ein absolutes Highlight für mich ist immer die Besteigung des Breithorns (4165 m) Selbstverständlich gehe ich immer den ganzen Weg ab Zermatt. Wer mit der Seilbahn auf das Kleinmatterhorn (3820 m) fährt und von dort auf das Breithorn geht und dann stolz behauptet, dass er einen Viertausender bestiegen hat, ist für mich eine Witzfigur, die ich selbstverständlich nicht ernst nehme. Selbstverständlich werte ich eine Breithornbesteigung nur, wenn der gesamte Weg ab Zermatt vollständig bergauf und bergab gelaufen wird.

    Die Gehzeit hängt sehr von den aktuellen Witterungs- und Schneebedingungen ab. Am Freitag hatte ich folgende Zeiten:


    Zermatt (1620) ------------------.-- 6.15
    Furi (1867)-------------------- 6.51 6.53
    Furgg (2436)------------------(kein Halt)
    Trockener Steg (2929)-------9.05 9.26
    Testa Grigia (3480)----------10.58 11.11
    Klein Matterhorn (3820)-----12.08 12.11
    Breithorn (4165)-------------13.15



    Breithorn (4165)------------------.-- 13.25
    Klein Matterhorn (3820)------14.25 15.31
    Testa Grigia (3480)-----------(kein Halt)
    Trockener Steg (2929)-------17.20 17.27
    Furgg (2436)------------------(kein Halt)
    Furi (1867)--------------------(kein Halt)
    Zermatt (1620)---------------19.55


    Das Schöne am am Breithorn ist, dass es ein reiner Konditionsberg ist. Es gibt also keine klettertechnischen Schwierigkeiten. Dass das Breithorn leicht ist, heisst aber mitnichten, dass es auch ungefährlich ist! Anfänger glauben oft, dass ein leichter Berg automatisch auch ungefährlich ist. Das ist mitnichten so. Man kann z.B. über eine Wächte gehen und dann in die Gletscherspalte fliegen. Man sollte also unbedingt aufpassen, wohin man tritt.

    Es kann auch sein, dass der Firn so hart ist, dass man im Steilstück Steigeisen benötigt. Ich hatte auf Steigeisen und Stöcke verzichtet; ich war jedoch der Einzige, der darauf verzichtet hatte. Zum Glück war der Firn noch nicht so hart, so dass mein Verzicht gerade noch vertretbar war. Sehr viele waren auch angeseilt und gingen in der Gruppe.

    Als ich in Zermatt um 6.15 Uhr losging, war es noch recht dunkel. Anders als zur Hörnlihütte bin ich jedoch nicht bis Furi volle Pulle losgelaufen. Das Breithorn ist konditionell ein ganz anderes Kaliber; da muss man sich sorgfältig seine Kräfte einteilen.

    Um 6.51 Uhr war ich an der Seilbahnstation Furi. Aus einem Gebäude gehen nicht weniger als 5 Seilbahnen heraus! Die sechste Seilbahn hat man inzwischen abgebrochen, da sie aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit der anderen Anlagen nicht mehr gebraucht wird.

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ID: 11979016

    Nachdem ich an der Seilbahnstation Furi vorbegekommen bin, ging es dann über den Säumerweg weiter Richtung Trockner Steg. Nachdem ich Furgg passiert hatte, war ich bereits in der Sonne, während Zermatt noch im Schatten lag. Der Wanderweg führt direkt durch die Stütze 3 der direkten Pendelbahn Furi - Trockener Steg, die über zwei Kabinen zu je 125 Personen verfügt.

    Am Trockenen Steg ändern sich die Spielregeln. Bis hierher ist es eine ganz normale Bergwanderung. Ein normaler Bergsteigerhut und mässiges Eincremen sind völlig ausreichend. Nun beginnt aber eine Hochtour. Dementsprechend ist jetzt (auch im August!) ein Winteranorak notwendig. Nun werden zudem Handschuhe benötigt und eine feste Wintermütze. Zudem sollte man sich nun ganz intensiv eincremen, wobei Schutzfaktor 30 zu empfehlen ist. Keinesfalls vergessen die Lippen einzuschmieren. Vor ein paar Jahren hatte ich das mal vergessen. Obwohl damals meine Lippen auf 4000 m Höhe nur 10 Minuten ohne Schutz waren, habe ich danach einen riesigen Sonnenbrand auf meinen Lippen gehabt und 14 Tage lang Hautfetzen gespuckt. Erst nach 3 Wochen hatten sich meine Lippen erholt. So ein Anfängerfehler passiert mir heute nicht mehr. Wichtig ist auch, dass man sich etwas zu Trinken mitnimmt. 2 Liter sollten es aber schon sein. Auch bei Minustemperaturen kann man ganz gewaltig schwitzen!

    Spannend ist der erste Schritt auf den Gletscher! Jetzt geht es endlich los! Zunächst geht man Richtung Testa Grigia (3480 m). Testa Grigia liegt gerade einmal 10 Meter hinter der Grenze, so dass Testa Grigia nicht mehr zur Schweiz, sondern zu Italien gehört. Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien läuft übrigens direkt durch die Bergstation der italienischen Seilbahn von Breuil Cervinia. Auf der Seilbahnplattform ist eine dicke gelbe Linie markiert; auf der einen Seite die italienische Flagge und auf der anderen Seite die schweizerische. Dadurch, dass ca. 3 Meter der gesamten Seilbahnanlage auf schweizerischem Gebiet liegen, gelten für diese Seilbahn die erheblich strengeren schweizerischen Vorschriften. Dies hat zur Folge das die dritte Sektion der Seilbahn sowohl von den Italienern als auch den Schweizern jeweils auf der gesamten Länge geprüft wird. Anders übrigens beim Furggsessellift. Diese befand sich zu 99,9% auf schweizerischem Gebiet. Lediglich zwei Meter waren italienisch. Durch die Gletscherabschmelzung befindet sich nun dieser Lift vollständig in der Schweiz mit dem Ergebnis dass die Bergbahnen nun keine Mehrwertsteuer mehr an das italienische Finanzamt bezahlen müssen.

    Auf Testa Grigia fragte ich die italienischen Seilbahner, die kein Wort Deutsch konnten, mit ein paar italienischen Wortfetzen "Costruire nuova Funivia Testa Grigia - Klein Matterhorn". "Duemila diciassette" kam die Antwort.

    Witzig ist, in der Berghütte 20 Meter neben der Seilbahn auf Testa Grigia, die gerade so eben noch in Italien steht (ein Meter vor der Hütte beginnt die Schweiz) wieder €-Preise zu sehen. Zum Spass sagte ich zu den Restaurantbesitzern "Bella Svizzera". Wie aus der Pistole geschossen kam die von mir erwartete und provozierte Antwort "Noooooo, Noooooo Svizzera! Bella Italia!" Wie ich schon schrieb, ist Zermatt die südlichste Gemeinde, in der deutsch gesprochen wird. Kaum ist man einen Meter hinter der Grenze in Italien, dann ist mit dem Deutschen definitiv Schluss. Breuil Cervinia ist keinesfalls Südtirol!

    Weiter ging ich dann - wiederum auf Schweizer Gebiet - Richtung Kleinmatterhorn und dann auf das Breithorn. Außer mir waren noch zwei Schweden und ein Russe aus Sankt Petersburg auf dem Gipfel. Überhaupt ist Zermatt sehr international. Die Leute sind sehr kosmopolitisch unterwegs. Bei den Volksabstimmungen sind die Zermatter sehr europafreundlich. Man merkt deutlich, dass die Zermatter täglich mit internationalem Publikum zu tun haben. Sie werden aber immer wieder von den anderen Schweizern überstimmt.

    Auf dem Breithorn hielt ich mich nur 10 Minuten auf. In folgendem Video seht ihr, wie es auf dem Breithorn aussieht. Bei 0:08 ist ganz unten Zermatt zu sehen und bei 0:12 das Matterhorn (4478 m):

    http://www.youtube.com/watch?v=hDqfNrABLWo


    Keine Frage; das Matterhorn ist deutlich schwerer zu besteigen als das Breithorn. Zwei Stellen sind IV-. Das Breithorn ist eine I+. Konditionell steht es aber zwischen dem Breithorn und dem Matterhorn Remis. Zwar ist das Matterhorn gut 300 Meter höher, aber die kilometerlangen Strecken durch den Schnee kosten beim Breithorn bei weitem mehr Kondition als das Klettern auf eine Felspyramide. Das Breithorn ist somit eine Hochtour; das Matterhorn eine Klettertour. Konditionell sind beide etwa gleich. Da ich persönlich keinen Wert auf klettertechnische Schwierigkeiten lege, ist das Breithorn genau das Richtige für mich. Beim Abstieg hielt ich mich dann noch über eine Stunde in der Seilbahnbergstation Klein Matterhorn auf. Ich hatte um 15.00 Uhr exakt die Perspektive, die auf meinem Avatar zu sehen ist.

    In Anbetracht der hohen Temperaturen war ich froh als ich den Weg über den Gletscher geschafft hatte und Trockener Steg endlich erreicht war. Der Gletscher floss mir praktisch unter den Füssen weg. Letztes Jahr ging die Gletscherzunge noch bis auf 100 Meter an die Station Trockener Steg heran. Dieses Jahr klafft aufgrund des extrem heissen Juli und August eine Lücke von nicht weniger als 700 Metern, so dass sich der Gletscher in einem Jahr um 600 Meter zurückgezogen hat. Im Hochgebirge spürt man hautnah die Klimaerwärmung. Da ich auch 2012 in Zermatt war, konnte ich die Differenz zu letztem Jahr mit eigenen Augen sehen. Früher konnte man im Sommer in Zermatt noch bis zum Trockenen Steg Skifahren; mittlerweile ist aufgrund der Klimaerwärmung in Testa Grigia Schluss. Die Skifahrer müssen sich nun mit nur noch gut 300 Höhenmetern zufriedengeben.

    Obwohl man vom Trockenen Steg noch einiges bis nach Zermatt laufen muss, bekommt man Euphorieschübe, wenn man am Torckenen Steg ist. Der Rest bis Zermatt ist nur noch eine reine technische Abwicklung, die kein Problem ist, wenn man genügend Kondition hat. In zweieinhalb Stunden ging ich dann noch bequem nach Zermatt.

    Am nächsten Tag, war die Abreise angesagt. Da mein Zug ab Zermatt erst um 13.39 Uhr fuhr, ging ich am Vormittag noch schnell bis zum Schwarzsee (2583 m) und zurück. Dann ging es ab zum Bahnhof. Um 13.39 Uhr fuhr ich ab Zermatt und erreichte Visp um 14.47 Uhr. Von dort aus ging es dann um 14.57 Uhr weiter Richtung Bern und kurze Zeit später durch den 34,6 km langen Lötschbergbasistunnel mit 200 km/h nach Bern, wo ich pünktlich um 15.52 Uhr eintraf. Normalerweise fährt man nun von Bern direkt über Zürich nach München. Da ich aber den neuen 9,4 km langen Katzenbergtunnel zwischen Basel und Freiburg noch nicht kannte und ich der Neubaustrecke Mannheim - Stuttgart erneut einen Besuch abstatten wollte, kaufte ich mir eine Umwegfahrkarte und fuhr ab Bern um 16.04 Uhr mit dem ICE 376 via Basel SBB, Freiburg und Karlsruhe bis nach Mannheim Hbf. Um 19.31 Uhr ging es dann ab Mannheim Hbf mit dem ICE 613 nach München Hbf, wo ich statt um 22.26 Uhr sogar um 22.25 Uhr eintraf. Durch diese Umwegfahrt verlängerte sich die Zugstrecke Zermatt - München auf 850 km.

    Schön war es wieder in Zermatt! Nächstes Jahr bin ich wieder dort!
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    Zuletzt geändert von ThomasK; 01.09.2013, 15:13. Grund: Bild eingefügt

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      #17
      Heute war das wieder ein Traumtag im Gebirge. Um 6.30 Uhr ging es ab München Hbf los mit dem Zug nach Garmisch. Dort stieg ich dann um in die Ausserfernbahn und war um 8.33 Uhr an meinem Zielort Lermoos (1000 m).

      Zuerst ging ich in den Supermarkt und kaufte mir die herrliche Milch Schärdinger Vanilletraum. Anschliessend ging ich auf den Grubigstein (2255 m) und schaute zwischendurch den Monteuren zu, wie sie an den Rollenbatterien der neuen Seilbahn Grubig II, die in 4 Wochen fertiggestellt sein wird und Mitte Dezember 2013 den Betrieb aufnehmen wird, arbeiteten. Leider kam ich ein paar Tage zu spät, um noch den Seilzug selbst beobachten zu können. Nächste Woche werden die 51 Kabinen, die jeweils 10 Personen fassen, dann mit dem LKW auf den Berg gefahren.

      Der Weg auf den Grubigstein ist angenehm und leicht; man kann wahlweise über die Grubigalm (1712 m) oder die Wolfratshauser Hütte (1751 m) gehen. Beide Wege kommen an der Grubighütte (2030 m) wieder zusammen. Ab dort dann noch ca. 30 Minuten bis zum Gipfel (2255 m). Bis Grubighütte ist es ein ganz normaler Bergwanderweg. Zwischen Grubighütte und Gipfel ist es ein Bergweg; es gibt eine kleine Passage I+, die aber völlig unschwierig ist. Man müsste sich schon extrem dämlich anstellen, wenn man da stürzen würde.

      Bergauf ging ich via Grubigalm und bergab via Wolfratshauser Hütte. Bereits um 14.00 Uhr war ich wieder unten in Lermoos. Ich fuhr dann um 14.33 Uhr mit dem Zug weiter nach Bichelbach und stieg an der Bedarfshaltestelle Almkopfbahn aus. Da außer mir niemand ein- oder aussteigen wollte, hielt der Zug nur wegen mir. Ich schaute mir die Almkopfban an, die eine Umlaufbahn ist. Sie verfügt über 18 Kabinen und 54 Sessel, so dass stets auf eine Kabine drei Sessel folgen. In die Kabine passen 8 Personen und auf einen Sessel 6 Personen. Im Sommer fahren aber nur die Kabinen, da das Fahrgastazufkommen bei weitem geringer ist. Ich ging also zu Fuss auf den Almkopf. Am Gipfel ist angegeben, dass man sich exakt 1801,57 Meter über dem Meer befindet. Ich war eine halbe Stunde ganz alleine auf dem Gipfel; dann kamen noch 6 Leute aus Karlsruhe dazu, die in den Zwanzigern waren. Sie nutzten den Brückentag um im Außerfern einen Kurzurlaub zu machen. Eine m.de Userin kennt Bichelbach sehr gut; sie fährt aber stets nur im Winter dort hin um Ski zu fahren.

      Ich unterhielt mich dann noch mit den Karlsruhern ein paar Minuten und dann machte ich mich um 17.32 Uhr auf den Rückweg. Um 18.38 Uhr war ich wieder im Tal. Praktischerweise hatte in Bichelbach noch ein Supermarkt bis 19.00 Uhr offen, so dass ich mich noch mit den herrlichen Pagosäften eindecken konnte. Mit den 1255 Höhenmetern auf den Grubigstein und den 750 Höhenmetern auf den Almkopf wurde also heute erneut die 2000 Höhenmetermarke überschritten.

      Um 19.21 fuhr dann ab Bichelbach der Zug nach Garmisch ab. Es war ein vierteiliger 425er, der in zwei Monaten durch den Talent 2 abgelöst werden wird. In Garmisch konnte ich dann um 20.04 Uhr mit dem Anschlusszug nach München weiterfahren. Die Ankunft war planmässig um 21.27 Uhr. Ab dem 15.12.2013 wird das Umsteigen in Garmisch entfallen, denn dann werden die Züge in Garmisch geteilt, so dass man von München aus, wenn man ins Außerfern will, nur noch in den richtigen Zugteil einsteigen muss. Der andere Zugteil fährt dann nach Mittenwald und Seefeld in Tirol und ggf. auch weiter nach Innsbruck.

      Das war heute wieder ein Supertag. Tolles Wetter. Zusammen mit mir stiegen in Bichelbach 8 US-Amerikaner ein, die ebenfalls eine Bergtour gemacht haben. Sie waren - man höre und staune - auf dem Thaneller. Der Thaneller ist in der Tat eine schöne Tour. Da ich aber erst um 14.44 Uhr in Bichelbach war, war es für mich dafür heute schon entschieden zu spät, zumal ich - wenn ich auf den Thaneller gehe - üblicherweise den Umweg über den Almkopf nehme mit 400 Höhenmetern Gegensteigung.

      Sehr erfreut war ich über die gute Besetzung der Züge. In Garmisch ging ich durch den Zug und zählte 313 Fahrgäste, davon sehr viele Wanderer. Das ist sehr beachtlich, zumal es um 20.04 Uhr längst schon stockdunkel war. Ich denke, dass die Züge ab Garmisch um 18.04 Uhr und 19.04 Uhr deutlich voller gewesen sein dürften.

      Für dieses Jahr steht jetzt noch auf dem Programm Mittenwald - Westliche Karwendelspitze - Mittenwalder Klettersteig - Brunnsteinspitze - Brunnsteinhütte - Hoffeld - Mittenwald, dann ein weiteres Mal die Alpspitze, dann Seefeld in Tirol - Rosshütte - Seefelder Spitze - Reither Spitze - Nördlinger Hütte - Härmelekopf - Seefeld und dann noch das Nebelhorn.

      Danach ist dann eh schon wieder die Zeitumstellung, so dass die Saunasaison wieder die Bergsaison ablöst. Nur im Ausnahmefall mache ich im November noch Bergtouren. Aber wenn die Berge frei sind, dann bin ich auch noch im November unterwegs. Allerdings sind Bergtouren im November vom Erlebniswert völlig anders zu beurteilen als Bergtouren im Juli.

      Im November ist es fast überall menschenleer. Die Seilbahnen haben üblicherweise Revision, so dass es im November auf Seilbahnbergen sehr ruhig ist. Durch die niedrige Deklination der Sonne geht man sehr lange im Schatten. Eincremen ist nicht mehr erforderlich. In gewisser Weise ist das Wandern im November leichter, da man nicht mehr in der Affenhitze nach oben geht. Es ist sehr angenehm im November zu gehen zumal man dann auch bei weitem nicht so einen hohen Flüssigkeitsbedarf hat wie im Juli. Negativ zu Buche schlägt allerdings die Tatsache, dass man seine Tour allerallerspätestens um 18.00 Uhr beendet haben sollte, denn dann ist in den Bergen bereits alles stockdunkel. Ohne Stirnlampe ist dann auf einmal ein harmloser Waldweg, den ich tagsüber mühelos gehe, eine echte Herausforderung wie ich schon einige Male feststellen musste. Aber ich taste mich lieber etwas da durch, als eine Stirnlampe mitzunehmen, denn ich bin ein Minimalist.

      Ich werde abwarten wie sich die Lage im November 2013 darstellt. Wenn die Berge frei sind, dann gibt´s eine Zugabe auf die Bergsaison.

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        #18
        Touren

        Vielleicht holst Du Dir auch ein paar Eindrücke unter http://www.zehn.de/die-10-schoensten...sberge-15365-0 ...Kannst echt schöne Touren planen!

        Lieben Gruß

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          #19
          Thomas, ich finde es immer wieder schön die Berichte deiner Bergtouren zu lesen. Seit zwei Jahren fahren mein Freund und ich jeden Sommer in die Berge und machen auch kleinere Touren. Versuchen es von Jahr zu Jahr und innerhalb des Urlaubs auch in Länge und Anspruch zu steigern, aber gegen deine ist es natürlich immer noch ein Witz . Liegt aber auch daran, dass wir wegen mir etwas vorsichtig sein müssen (angeborener Hüftfehler - da darf man es nicht übertreiben). Außerdem machte mir dieses Jahr der Körper auch noch etwas zusätzlich Probleme - bei Krämpfen in den Waden und extremem Zittern in den Knien bringt es einfach nix (hab schon extra Magnesium zugeführt und dann halt auch mal einen Tag Pause eingelegt).
          Mein Freund ist dafür mit meinem Schwager und noch ein paar Bekannten dann mal eine etwas größere Tour gelaufen - 1200m Höhenmeter (wir haben vorher maximal die Hälfte gemacht) und 8 Stunden unterwegs. War für ihn schon ein großes Ding als Nerd, der immer am PC arbeitet und eigentlich recht wenig rauskommt.

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            #20
            Ich bin gerne in den Bergen.

            In die Alpen fahre ich eigentlich nur im Winter zum Snowboard / Ski fahren. Da fahre ich eigentlich immer in die Schweiz und nach Österreich, gerne an unterschiedliche Orte um etwas Abwechselung zu haben. Ich suche mir die Orte danach aus wo es viele und auch anspruchsvolle Pisten gibt so dass man nicht jeden Tag die gleichen Pisten fahren muss. Gut gefallen hat mir Grindelwald (Jungfrau-Region), Zürs-Lech-St. Anton (Vorarlberg), Lenzerheide (Arosa) und Schruns (Montafon). Letztes Jahr war ich in Czechien (Hermanuv Mestec), hat mir aber aufgrund der wenigen und einfachen Pisten nicht so zugesagt.

            In den Bergen wandern finde ich auch ganz interessant, so was mache ich dann aber lieber in wärmeren Gegenden. Ich hatte mal zeitweise direkt am Runyon Canyon gewohnt, dort kann man sehr entspannt wandern, aber auch in direkter Linie abseits der Wege den Berg hoch, was sportlich schon anspruchsvoller ist, vor allem wenn man es zügig macht. Noch schöner weil grösser ist der benachbarte Griffith Park, in dem man etwas abseits der Wege schön durch die einsame Natur laufen kann ohne anderen Menschen zu begegnen. Absolut tolle Natur gibt es in den Bergen südlich des Pearblossom Highway. Dort war ich mal am Devil´s Punch Bowl, es sollte eigentlich ein kurzer Rundwander- Trail sein, der bei einer Rangerstation startet und endet. Aus diesem Grund hielt ich auch einen Eintrag in das Rangerbuch nicht für nötig, aber der Trail ist aber kaum markiert und es sind da auch nur sehr wenige Menschen unterwegs. Deswegen kam ich nach einiger Zeit vom Trail ab, bzw. folgte einem Pfad, der wohl von Tieren war und landete an einem Bach, den ich durchqueren musste. Auf der anderen Seite ging es steil bergauf, als ich oben war sah ich die Rangerstation in der Entfernung. Zwischen mir und der Rangerstation war aber ein tiefer Canyon und um den Canyon zu umgehen hätte ich ewig marschieren müssen und wäre sicher in die Nacht gekommen. Ich war aber nicht für Übernachtungen vorbereitet und wollte das daher vermeiden. Mir blieb also nur der Weg durch den Canyon und mir war nicht besonders wohl dabei da ich alleine war, niemand wusste wo ich bin und dort wohl auch kaum jemand vorbei kommt. Ich wollte also vermeiden mich zu verletzen, musste aber andererseits zügig voran kommen um nicht in die Dunkelheit zu geraten. Als ich schliesslich den Canyon durchklettert hatte und auf der anderen Seite wieder oben angekommen war war ich der Rangerstation schon ein Stück näher, vor mir lag aber ein zweiter Canyon, den man vorher nicht sehen konnte. Also musste ich auch dort durch, unten durch einen Bach und wieder hoch und die Sonne stand schon sehr niedrig. Irgendwann sah ich dann auch wieder menschliche Fussabdrücke, denen ich folgen konnte bis ich wieder auf den Trail war. Ich war froh als ich dann genau mit den Sonnenuntergang wieder im Auto sass, aber es war ein spannender Ausflug. Mit Begleitung und entsprechender Ausrüstung würde ich so etwas auch gerne mal über ein paar Tage machen.

            Ansonsten finde ich Klettern interessant, habe das auch schon ein paar mal gemacht (Cinque Terre, Blautal und Hegau), aber ich habe momentan leider keinen Kletterpartner.

            Thomas, wenn man deine Berichte liest frage ich mich ob du bei deinen Touren eigentlich ständig auf die Uhr schaust und auf einem Notizblock minutengenau notierst wann du wo warst, wann du jemanden getroffen hast und wann die Seilbahn gefahren ist.
            Zuletzt geändert von V8loverlierersissymbol; 09.10.2013, 22:00.

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              #21
              Das Bild mit der Randkluft kommt mir bekannt vor. Ich war dieses Jahr in Österreich im Dachsteingebirge und bin den Steig runter, bis auf den Gletscher.

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                #22
                Karaburun National Park, Türkei:
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                Devil´s Punch Bowl, California:
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                Griffith Park, California:
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                Grindelwald, Schweiz:
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                  #23
                  Zugspitze wäre auch mal eine Tour obwohl ich generell gegen das Erklimmen von Gipfeln bin, wo auch Bahnen hochfahren. Das gilt bei mir auch für Skitouren. Letzten Winter war ich wieder mal auf dem Wildstrubel, eine sagenhafte Skitour, mit einer spektakulären Gletscherüberquerung.

                  Bergsteigetechnisch liebe ich das Berner Oberland und Emmental. Touren auf das Albristhorn, Bundesspitz, Hohgant, Siebenhengsten, Steghorn und Finsteraarhorn sind bei mir fast jedes Jahr im Programm. Solche Freizeitbeschäftigungen schlagen einen Kinobesuch unterhaltungsmässig ums tausendfache.

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                    #24
                    Hab nur den Ausgangspost gelesen, dazu:

                    Die Zugspitze ist für mich kein Berg. Eine Bahn bis zum Gipfel, ein Restaurant und afaik sogar noch ein Hotel - na!

                    Nicht das, wofür ich in die Berge fahre. So ganz und gar nicht.

                    Dann doch eher Toubkal, El Capitan, Cloud's Rest oder Schönbichler Horn.
                    Erstgenannter ein ganz besonderer Berg für mich.
                    Zuletzt geändert von longhaultrucker; 27.10.2013, 03:50.

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                      #25
                      Zitat von franziska15 Beitrag anzeigen
                      Vielleicht holst Du Dir auch ein paar Eindrücke unter http://www.zehn.de/die-10-schoensten...sberge-15365-0 ...Kannst echt schöne Touren planen!

                      Lieben Gruß

                      Ich habe mir die Beschreibungen durchgeschaut. Das, was der macht, sind für mich Spaziergänge, aber keine Bergtouren. Alles, was unter 1000 Höhenmeter ist, sind für mich Spaziergänge. Im Hochsommer sind für mich bei Tagestouren 2000 - 3000 Höhenmeter hoch und 2000 - 3000 Höhenmeter runter Standard. Gestern war ich mit einer Freundin unterwegs und war nur auf dem Nebelhorn (1400 Höhenmeter).

                      Allerdings kann man zwei oder drei seiner Touren zusammenhängen und sich für die Zwischenbereiche noch andere Wege überlegen.

                      Einmal bin ich mit der Bayrischen Oberlandbahn (BOB) mit dem ersten Zug von München nach Tegernsee gefahren. Dann ging ich über Rottach-Egern, die Sutten auf den Stümpfling; danach runter zum Spitzingsee und von dort aus auf die Rotwand. Dann ging es runter nach Geitau und dann nach Osterhofen und auf den Wendelstein. Von dort aus runter nach Brannenburg und von da aus mit dem Zug nach München. Zusammen also 2700 Höhenmeter.

                      Dieses Jahr bin ich leider nicht mehr dazu gekommen, aber nächstes Jahr will ich die große Karwendelquerung machen. Mit dem ersten Zug geht es von München nach Scharnitz. Von Scharnitz dann zu Fuss über das Karwendelhaus und weiter nach Osten bis zum Endpunkt Jenbach. Von Jenbach dann mit dem Zug zurück nach München Hbf.

                      Einzelheiten der Tour werde ich demnächst planen. In München werde ich um 6.32 Uhr losfahren und in Scharnitz um 8.33 Uhr ankommen. Je nachdem, wie groß die Tour ist und ob ich Volllast gehen werde, werde ich entweder ab Jenbach um 20.55 Uhr mit dem Eurocity nach München zurückfahren und wieder um 22.21 Uhr in München ankommen. Mache ich aber noch ein paar Zugaben, dann werde ich ab Jenbach erst um 23.05 Uhr losfahren und dann in München um 0.55 Uhr ankommen. Details plane ich aber erst demnächst.


                      Zitat von Langhaar Beitrag anzeigen
                      Thomas, ich finde es immer wieder schön die Berichte deiner Bergtouren zu lesen. Seit zwei Jahren fahren mein Freund und ich jeden Sommer in die Berge und machen auch kleinere Touren. Versuchen es von Jahr zu Jahr und innerhalb des Urlaubs auch in Länge und Anspruch zu steigern, aber gegen deine ist es natürlich immer noch ein Witz . Liegt aber auch daran, dass wir wegen mir etwas vorsichtig sein müssen (angeborener Hüftfehler - da darf man es nicht übertreiben). Außerdem machte mir dieses Jahr der Körper auch noch etwas zusätzlich Probleme - bei Krämpfen in den Waden und extremem Zittern in den Knien bringt es einfach nix (hab schon extra Magnesium zugeführt und dann halt auch mal einen Tag Pause eingelegt).
                      Mein Freund ist dafür mit meinem Schwager und noch ein paar Bekannten dann mal eine etwas größere Tour gelaufen - 1200m Höhenmeter (wir haben vorher maximal die Hälfte gemacht) und 8 Stunden unterwegs. War für ihn schon ein großes Ding als Nerd, der immer am PC arbeitet und eigentlich recht wenig rauskommt.

                      In dem Fall kann ich dir nur dringend empfehlen hoch zu gehen und runter zu fahren. Es ist bei weitem besser zweimal hoch zu gehen und zweimal runter zu fahren, als einmal hoch und runter zu gehen. Ich habe schon bei einigen Seilbahnunternehmen dringend gebeten, die Tagesskipässe auch im Sommer zu verkaufen. Es gibt viele Bergläufer, die bergab bei weitem lieber die Seilbahn benutzen würden. Es ist aber ätzend jedesmal neu zu bezahlen. Da im Sommer der Personal- und Betriebsaufwand bei den Seilbahnen bei weitem niedriger ist, als im Winter, könnten die Wanderpässe im Sommer zum halben Preis gegenüber den Skipässen im Winter verkauft werden. Im Sommer stehen bekanntlich alle Skilifte still, die Pistenraupen sind im Depot, die Schneekanonen sind abgestellt und der Personalaufwand ist bei weitem geringer, auch wenn die Betriebszeiten im Sommer meistens 2 Stunden länger sind.

                      Gestern war ich auf dem Nebelhorn, wobei die Freundin, die mich begleitet hat, runter gefahren ist. Mittlerweile gibt es für das Oberstorfer Gebiet incl. Kleinwalsertal ein Gut-Ticket. Es kostet für eine Woche 91 € und für 2 Wochen 132 €. In dieser Zeit kann man in der Sommersaison alle Bergbahnen im Oberstorfer Gebiet incl. Kleinwalsertal so oft benutzen wie man will. Sehr positiv ist, dass in diesem Bergbahnticket der ÖPNV, also die Buslinien in die ganzen Alpentäler mit dabei sind. Mittlerweile wird das Angebot von den Touristen so gut angenommen, dass einige Buslinien sogar alle 10 - 20 Minuten fahren. Seitdem die Autos in Oberstdorf konsequent aus fast allen Straßen der Stadt rausgeschmissen worden sind, ist es wie ein Paradies durch den Ort zu gehen.

                      Der Trend, pauschale Bergbahn- und Wandertickets anzubieten, bei dem der ÖPNV includiert ist, setzt sich immer mehr durch. Ich habe auch schon mal Paraglyder im ÖPNV-Bus gesehen.

                      Wenn du also irgendwo Urlaub machst und wegen Hüftproblemen Mühe beim Bergabgehen hast, dann empfehle ich dir einfach hoch zu laufen und runter zu fahren und dir dann ein Pauschalticket für dein Urlaubsgebiet zu kaufen. Manche Hoteliers bieten dieses Bergbahn + ÖPNV-Ticket sogar zum halben Preis für ihre Hotelgäste an. Es ist sehr wichtig, dass die Touristen Druck auf die Unternehmen ausüben, hier attraktive Tickets incl. ÖPNV-Nutzung anzubieten. Hierzu habe ich auch schon einige Vorsprachen gehabt, denn wenn die selbst nicht darauf kommen, dann muss man ihnen eben behilflich sein. Die Tourismusmanager müssen lernen, dass die Zukunft der Alpenregion im sanften Sommertourismus liegt. Die Skifahreranzahlen stagnieren nicht nur, sondern gehen inzwischen zurück.

                      Nur noch 9% der Bevölkerung Deutschlands fährt Ski, aber 30% der Bevölkerung Deutschlands geht zum Bergwandern.

                      http://www.stuttgarter-zeitung.de/in...3792748f8.html



                      Zitat von V8loverlierersissymbol Beitrag anzeigen
                      (...)
                      Thomas, wenn man deine Berichte liest frage ich mich ob du bei deinen Touren eigentlich ständig auf die Uhr schaust und auf einem Notizblock minutengenau notierst wann du wo warst, wann du jemanden getroffen hast und wann die Seilbahn gefahren ist.

                      Das siehst du völlig richtig.

                      Die meisten Touren sind bei mir Fahrplantouren. Ich lege dann zuvor genau auf die Minute fest, wann ich wo sein werde. Das kann man sich dann so vorstellen wie einen Zugfahrplan, bei dem auch zuvor festgelegt ist, wann der Zug wo ist.

                      Wenn ich allerdings mit Freunden unterwegs bin, die relaxen wollen dann mache ich auch schon einmal Gammeltouren mit. In diesem Fall stelle ich lediglich eine Grobplanung auf. Gestern wollte z.B. eine Freundin mit dem Zug um 17.40 Uhr ab Oberstdorf zurückfahren, weil sie Abends in München noch etwas vor hatte. Ich habe dann dementsprechend die Tourenplanung aufgestellt. Sie wollte dann nicht mehr bergab gehen. Ich ging dann vom Nebelhorngipfel um 15.18 Uhr los und sagte ihr, dass ich sie um 17.15 Uhr unten in Oberstdorf im Cafe abholen werde. Um 17.15:03 Uhr betrat ich das Cafe. (Fahrplan ist Fahrplan, da gibt´s gar nix! ) Da sie aber an der Seilbahn wegen großem Andrang weit über eine Stunde warten musste, war sie gerade einmal 15 Minuten vor mir im Cafe, so dass die Zeit für sie nur noch reichte sich lediglich noch einen Cappucino zu bestellen. Als ich in das Cafe kam, hatte sie aber bereits bezahlt, so dass wir sofort losgehen konnten.

                      Nächstes Mal, wenn wir zusammen eine Tour machen und sie dann keinen Abendtermin mehr hat, werden wir dann an der Talstation noch eine Runde Minigolf spielen oder nach der Bergwanderung in die Sauna gehen. Dann werden wir gleich nach der Ankunft mit dem Zug unser Saunazeug im Schliessfach am Bahnhof deponieren, da wir logischerweise nicht das Saunazeug auf den Berg schleppen wollen. Dann werden wir ab Oberstorf um 22.25 Uhr nach München zurückfahren und nicht - wie gestern - um 17.40 Uhr.

                      Auf der Zugfahrt hatten wir viel Spass. Wir haben uns unterhalten, Zeitung gelesen und Soduko bzw. Str8ts gespielt. Mit ein paar Piraten kamen wir auch noch ins Gespräch, da die in Sonthofen einen Parteitag hatten. Sehr erfreut war ich, dass die sich auch maximal reinhängen, dass am 10. November bei dem Bürgerentscheid mit Nein gestimmt wird. Über die ÖPNV-affinität der Piraten bin ich außerordentlich erfreut. Wir haben uns dann noch Verkehrspolitik unterhalten. Die Vorstellungen zwischen den Piraten und mir sind zu etwa 90% deckungsgleich.

                      Ich werde jetzt noch im November ein paar kleinere Wanderungen machen, aber dann beginnt wieder die Saunasaison. Auch wenn ich nicht mehr dazugekommen bin die Karwendelquerung zu machen und auch wenn ich den Mittenwalder Klettersteig diese Saison nicht mehr gehen werde, bin ich dennoch sehr zufrieden. In Kürze werde ich also die Bücher für die Bergsaison 2013 erfolgreich schliessen können. Die To-Do-Liste für die Bergsaison 2014, die am 01.05.2014 beginnen wird, werde ich dann über Weihnachten zusammenstellen.

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                        #26
                        Letzten Sonntag habe ich wieder eine schöne Bergtour gemacht.

                        Morgens ging es vom Bahnhof Garmisch-Partenkirchen über den Riessersee zuerst zur Talstation der Osterfelderbahn.

                        Hoch gefahren bin ich aber nicht, denn ich wollte selbstverständlich laufen. Ich ging dann zuerst zu Fuss bis zum Waldeck, das ist die Stütze 2 der Osterfelderbahn.

                        http://www.youtube.com/watch?v=iZC-nLINkSs

                        Im Video, welches die gesamte Bergfahrt beinhaltet, seht ihr die Stütze 2 bei 2:46; ich bin bis zum Zaun gegangen, der im Video gut sichtbar ist. Dort hat man einen schönen Blick auf das Tal und wenn man sich umdreht, auf die Alpspitze. Es ist ein tolles Gefühl die Seilbahn fahren zu sehen - insbesondere wenn die Kabine direkt über einen hinwegfährt. Die gesamte 3810 m lange Trasse der Seilbahn ist sehr gut einsehbar.

                        Ich schaute mir vom Waldeck aus zwei Seilbahnfahrten in voller Länge an, so dass insgesamt 4 mal eine Kabine über mich hinwegsauste. Wenn ihr eine komplette Seilbahnfahrt sehen wollt, braucht ihr nur das Video einmal durchlaufen zu lassen.

                        http://www.youtube.com/watch?v=iZC-nLINkSs

                        Es ist ein tolles Gefühl an der Seilbahnstütze zu stehen und die Fahrt genauestens zu beobachten. Besondere Freude empfinde ich, wenn die Seilbahn losfährt. Dann vibriert die Stütze ganz sanft und man hört ein sehr anregendes Summen. Ganz toll ist es dann, wenn die Kabine direkt über einen hinwegfährt. Einfach herrlich!

                        Vom Waldeck aus ging ich weier über den Jägersteig und dem Längenfelder zum Osterfelder, also der Bergstation der Seilbahn (im Video am Ende zu sehen).

                        Ein Besuch auf dem Alpspix, darf natürlich nicht fehlen:

                        http://www.youtube.com/watch?v=Dc3JLkAWdyw

                        Weiter ging es dann über die Ferrata zum Alpspitzgipfel.

                        Hier die Alpspitze (2628 m) von Garmisch-Partenkirchen aus:



                        Rechts im roten Kreis die Bergstation der Seilbahn.

                        Hier der Ausblick von der Alpspitze auf Garmisch-Partenkirchen:




                        Vom Alpsitzgipfel ging ich dann wieder zurück nach Garmisch-Partenkirchen; da es erst 16.00 Uhr war und somit viel zu früh, um nach München zurückzufahren, beschloss ich jetzt noch nach Lermoos zu fahren und auf den Grubigstein zu gehen.

                        In Lermoos ging ich dann zuerst zur Wolfratshauser Hütte. Dort feierten auf der Terrasse einige Niederländer.

                        Nun ist mir wohlbekannt, dass sehr viele Niederländer im Außerfern, also dem dem Gebiet um Ehrwald, Lermoos und Reutte Urlaub machen. Der Name Außerfern kommt daher, weil dieses Gebiet von der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck aus gesehen HINTER dem Fernpass liegt, d.h. es liegt außerhalb des Fernpasses, deshalb AUSSER FERN.

                        Die Niederländer feierten ganz ausgelassen. Sie sprachen alle perfekt deutsch. Eine Niederländerin sagte mir: Rot/Weiß/Rot = Österreich = mein Land. "Wenn ich in Rente bin, ziehe ich von den Niederlanden nach Tirol." Aus dem Radio ertönte das Lied "Dem Land Tirol die Treue" und alle Niederländer sagen mit und tanzten!

                        http://www.youtube.com/watch?v=PkE8d9Bd7mM

                        Ich fragte die Niederländer, ob sie auch Fussball WM gucken. "Klar!", meinten sie. "Morgen gewinnen wir gegen Chile."

                        Ich kaufte mir einen Liter Milch und unterhielt mich mit der österreichischen Wirtin, die sehr freundlich ist.

                        "Drücken Sie dann den Niederlanden morgen die Daumen, wenn die Niederlande gegen Chile spielt?", fragte ich.

                        "Eigentlich bin ich ja für Österreich!", meinte sie, "aber wir dürfen ja nicht mitspielen."

                        "Ach, Österreich wird doch durch die Schweiz vertreten!" meinte ich.

                        Ich ging dann noch weiter zur Grubighütte. Sie war auch noch offen. Ich ging in die Hütte. Dort lief gerade im TV die zweite Halbzeit Belgien - Russland. In der 65. Minute stand es gerade 0 : 0. Ich setzte mich noch gemütlich auf die schöne Terrasse. Da war es bereits 19.20 Uhr; ich war somit der einzige Gast. Man kann auch auf der Hütte seit neuestem übernachten. Die Zimmer sind alle neu eingerichtet worden. Übernachtung mit Frühstück kostet 28 €. Ich denke, ein sehr fairer Preis, zumal man sich auch ordentlich waschen kann.

                        Hier der Blick vom Grubigstein ins Tal und auf die Zugspitze (von Österreich aus gesehen):

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Grubigstein1.jpg
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ID: 11983125

                        Um 19.30 Uhr machte ich mich dann auf den Weg ins Tal, da ich um 21.31 Uhr den Zug nach Garmisch-Partenkirchen erreichen wollte. Um 21.17 Uhr war ich dann am Bahnhof Lermoos. Um 21.31 Uhr kam dann auch der Zug: Um 22.03 Uhr war ich dann wieder in Garmisch-Partenkirchen, wo ich um 22.07 Uhr in die Regionalbahn nach München Hbf umsteig. Um 23.30 Uhr war ich mit 4 Minuten Verspätung wieder in München Hbf.

                        Da ich zur Alpspitze mit Gegensteigungen 2100 Hm absolviert hatte und am Grubigstein 1100 Hm, kam ich letzten Sonntag also auf 3200 Hm.

                        Auf der Rückfahrt im Zug habe ich dann noch einige Sudoks und Str8ts gelöst.

                        Das war wieder ein toller Tag.

                        Ich brauche das Gebirge wie die Luft zum Atmen; ohne Bergtouren wäre ich verratzt.
                        Zuletzt geändert von ThomasK; 28.06.2014, 01:22. Grund: Rechtschreibung

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                          #27
                          Zitat von ThomasK Beitrag anzeigen
                          Es ist ein tolles Gefühl an der Seilbahnstütze zu stehen und die Fahrt genauestens zu beobachten. Besondere Freude empfinde ich, wenn die Seilbahn losfährt. Dann vibriert die Stütze ganz sanft und man hört ein sehr anregendes Summen. Ganz toll ist es dann, wenn die Kabine direkt über einen hinwegfährt. Einfach herrlich!
                          Und wir glaubten immer, du seiest völlig asexuell!

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                            #28
                            Zitat von Tanzender_Hammerhai Beitrag anzeigen
                            Und wir glaubten immer, du seiest völlig asexuell!

                            Diese Freude ist ja auch nicht sexuell motiviert. Es ist asexuelle Empathie. Wichtig ist, die Emotionen dort auszuleben, wo sie unschädlich sind.

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                              #29
                              Zitat von ThomasK Beitrag anzeigen
                              Nur meine verbeulten Halbschuhe brauchten 4 Tage bis sie wieder trocken waren!
                              Gehst du echt mit Halbschuhen auf die Zugspitze ?

                              Ich freue mich gerade sehr dass ich deine Berichte über die Zugspitze gefunden habe, sie sind sehr spannend und ich möchte in ein paar Wochen mit einer Freundin auch auf die Zugspitze gehen.
                              Genaueres geplant haben wir aber noch nicht, deshalb hätte ich ein paar Fragen:
                              - ist der leichtere aber längere Weg auch mit Klettersteig ( wenn ja wie viel Anteil Klettersteig ca.? und was für Klettersteig , Leitern ? mit seilen gesicherte wege ? )
                              - Gibt es einen Weg ganz ohne Klettersteig ? Wenn nicht, würdest du sagen dass man diesen auch gehen kann wenn man nicht so ganz schwindelfrei ist ?
                              - Und gibt es auf der Zugspitze veganes Essen ?

                              Die Sache ist die, dass ich als Kind mal eine schlechte Erfahrung im Gebirge gemacht habe, ich war mit meiner Familie in den Dolomiten wo es mir körperlich gerade auch nicht so gut ging, wir sind viele Klettersteige gegangen, ich war erschöpft und habe meine leichte Höhenangst sozusagen entdeckt und als sich dann auch noch meine kleine Schwester zusammen mit meinem Vater wegen einem unzureichend gekennzeichneten Klettersteig verlaufen hatten und es dann langsam dunkel wurde und meine Mutter und ich sie immer noch nicht wiederfinden konnten auf dem Berg, wurde sozusagen ein kleines Trauma draus.

                              Nachdem ich dann lange gar nicht mehr Bergsteigen war gehe ich seit ca 2 Jahren wieder richtig gerne und regelmäßig. Ich hab auch Glück und wohn noch ein Stückchen näher dran als du

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                                #30
                                Heute war ein Traumwetter im Gebirge. 28 Grad. Sonnenschein. Ich war in Garmisch unterwegs und auf dem Osterfelder.

                                Es waren aber sehr wenig Wanderer unterwegs, was wohl auch am Hype um den G7-Gipfel liegt. Selbst auf dem Hausberg fuhren Polizeieinheiten herum. Die haben sich aber zu Tode gelangweilt. Außer mir war weit und breit kein Mensch zu sehen und ich hatte noch nicht einmal eine Jacke an.

                                Die Polizei ist im Hochgebirge ungefähr so fehl am Platz wie Bergschuhe mit Steigeisen an der Standpromenade von Rimini.

                                Da die Osterfelderseilbahn wegen des G7-Treffens nicht fuhr und auch die Hochalmbahn nicht fährt, war ich heute auf dem Osterfelder ganz alleine. Man sieht mich sogar mit meinem gelben T-Shirt und meinem Bergsteigerhut auf dem Alpspix, wenn man die Uhrzeit auf 12.20 Uhr einstellt.

                                http://alpspix.panomax.de/

                                Die Ferrata kann noch nicht begangen werden, weswegen ich dann über den Rindersteig zur Höllentalangerhütte ging. Die neue Höllentalangerhütte ist noch im Bau; ich stand am Bauzaun. Nach dem Aussehen zu urteilen, schätze ich, dass die neue Höllentalangerhütte etwa Mitte Juli 2015 eröffnet wird. Die alte Höllentalangerhütte wurde 2013/2014 abgerissen.
                                Zuletzt geändert von ThomasK; 04.06.2015, 21:54.

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