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    Depression

    Hey,

    was kann man tun, wenn man Depressionen hat? Muss man unbedingt zum Psychologen, oder gibt es eine Möglichkeit sich selbst zu therapieren?

    LG!

    #2
    Es gibt vieles, was du tun kannst.
    Psychotherapie, Psychopharmaka, Sport, Ernährungsumstellung, Meditation...

    Eine hundertprozentige Erfolgsgarantie hat nur leider nix davon. Im Endeffekt kann nur jeder Betroffene selbst ausprobieren, was für ihn am besten funktioniert.

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      #3
      Eine Depression ist nicht nur schlechte Laune, sondern ein Ungleichgewicht von Neurotransmittern. Daher also eine "körperliche" Erkrankung. Wenn es sich nur um eine leichte Depression handelt, also die Symptome nur schwach ausgeprägt sind, bekommt man es häufig mit einer Psychotherapie gut in den Griff. Wenn die Symptome schwerer sind, braucht man eben oft Antidepressiva, weil man das dann oft einfach nicht mehr durch Vernunft/Verhalten korrigieren kann.
      Und natürlich gibts sicher auch einige, die depressive Phasen auch ohne Therapie in den Griff bekommen. Wenn es sich aber wirklich um eine klinische Depression handelt, dürfte es aber schwierig sein.
      Ich persönlich würde bei der Diagnose "Depression" nicht zu viel selbst rumdoktoren, sondern mich in professionelle Hände begeben. So kann man es am schnellsten in den Griff bekommen und die Gefahr, dass sich die Symptomatik verschlimmert und die Therapie schwieriger wird, ist größer umso länger man wartet. Stress ist mitunter auch ein Auslöser und Verstärker von Depressionen. Und wenn man durch die Symptomatik im Alltag eingeschränkt ist, führt das zu mehr Stress, mehr Cortisol und damit einer Verstärkung der Depression.

      Es ist ja mit Schmerzen ähnlich: Manche kann man auch ohne Medikamente o.ä. ertragen, manche muss der Arzt behandeln, manche brauchen Medikamente.

      Was Aspartame schon genannt hat sind gute Techniken um die Therapie zu unterstützen und zu verbessern, aber eine Psychotherapie kann halt helfen, die Ursachen und Auslöser zu finden. So lassen sich auch in Zukunft depressive Episoden besser umgehen bzw. man weiß besser, wann eine Behandlung nötig ist. So behandelt man die Grunderkrankung, nicht nur die Symptome
      I'd rather be a forest than a street

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        #4
        BTW: Nachdem du das Thema in 2, 3 Threads aufgegriffen hast: Wenn du denkst, Depressionen zu haben, geh einfach mal zum Hausarzt und sprich mit dem drüber. Der hat auch Medizin studiert und weiß in Grundzügen, worauf man achten muss und wann es Handlungsbedarf gibt. Wenns nötig ist, kann er eine Therapie anordnen oder eine Überweisung an den Facharzt schreiben.
        Und selbst wenn man die Diagnose hat, ist man zu nichts gezwungen. Man wird nicht sofort eingewiesen oder zum Psychologen abgeschoben und kann selbst entscheiden ob und welche Therapie man möchte.
        Nur ein Internetforum, pi mal Daumen-Schätzungen über gute und schlechte Tage und Waldspaziergänge sind keine geeigneten Methoden zur Diagnose oder Therapie
        I'd rather be a forest than a street

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          #5
          Zitat von Scarecrow Beitrag anzeigen
          eine Psychotherapie kann halt helfen, die Ursachen und Auslöser zu finden. So lassen sich auch in Zukunft depressive Episoden besser umgehen bzw. man weiß besser, wann eine Behandlung nötig ist. So behandelt man die Grunderkrankung, nicht nur die Symptome
          Ich benutz diesen Thread jetzt einfach mal ganz dreist, um in die Runde zu fragen: Gibt es hier irgendwelche Betroffene, bei denen die Psychotherapie tatsächlich was Positives bewirkt hat?
          Ich hab bisher noch jeden Therapeuten deprimierter verlassen als ich es vorher war.

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            #6
            Ich hatte ein Psychotherapie hinter mir und die hat mir ansich ganz gut geholfen. Jedoch hab ich trotzdem immer wieder Phasen in denen es mir nicht gut geht. Es ist also nicht einfach behandelt, aber ich weiss wie damit umgehen und wenn es gar nicht geht, kann ich jederzeit zu meiner Therapeutin zurück. Einfach nur das zu wissen, hilft (mir zumindest) sehr.

            Edit: Ich habe aber auch schon 4 oder 5 Therapeutinnen hinter mir. Eine schlimmer als die andere. Meine erste Therapeutin hat versucht mich und meine Mutter gegeneinander auszuspielen, bei meiner Mutter immer Andeutungen gemacht, über dinge die ich ihr im Vertrauen erzählt hatte, und hinter meinem Rücken meinen Eltern empfohlen mich in eine Klinik für Essgestörte zu schicken. Die hat wirklich alles nur schlimmer gemacht, weil sie der Meinung war, dass es komisch ist, dass ich mit meinen Eltern und Brüdern kaum streite, mir Probleme einreden wollte, die gar nicht da waren und immer über Dinge mit mir reden wollte, bei denen ich klar gesagt habe, da will ich nicht drüber reden.

            2 sind einfach zu mütterlich geworden und haben versucht mich durch "Aggressives" Therapieren, sprich jeden meiner Fehler aufzählen und immer bei mir die Schuld gesucht (Klar viel hatte ich auch schuld, aber mir zu sagen, dass ich tief in mir drinnen ein total verzweifeltes, verunsichertes Kleines Ding bin, hilft nicht besonders). Zumal ich weiss, dass ich nicht immer so bin.

            Lange Rede Kurzer Sinn: Ich glaube, da muss man einfach ein bisschen ausprobieren und herumsuchen, bis man den richtigen Therapeuten findet.Bei mir hat es mehr als 5 Jahre gedauert.
            Zuletzt geändert von Nayeela; 11.08.2016, 07:18.

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              #7
              Zitat von Aspartame Beitrag anzeigen
              Ich benutz diesen Thread jetzt einfach mal ganz dreist, um in die Runde zu fragen: Gibt es hier irgendwelche Betroffene, bei denen die Psychotherapie tatsächlich was Positives bewirkt hat?
              Ich hab bisher noch jeden Therapeuten deprimierter verlassen als ich es vorher war.
              Ich kann nicht aus Erfahrung, nur aus "Leitlinie" sprechen. Aber ich schließe mich da der Vorrednerin an, es gibt leider sehr viele in dieser Branche, die ihren Beruf nicht wirklich beherrschen und deswegen teilweise sogar mehr kaputt machen. Aber mit dem richtigen (!) Therapeuten denke ich durchaus, dass es funktionieren kann. Ich kann nur davon erzählen, was ich von Bekannten gehört hab und das ergibt ein ähnliches Bild: die einen können helfen, die anderen nicht oder machens sogar noch schlimmer. Kann mir allerdings vorstellen, dass es oft gar nicht anders geht, dass man in der ersten Zeit erstmal ziemlich runter gezogen wird, weil man sich ja zuerst mal in irgendeiner Form mit seinen Problemen auseinander setzen muss.

              Aber wenn wir mal auf die anderen Ebenen schaun ist es ja ähnlich: dem einen hilft Citalopram, dem zweiten Imipramin und dem dritten Venlafaxin. Grade psychische Erkrankungen sind sehr schwer zu behandeln und vieles muss man auch über Experimentieren rausfinden. Und das gleiche gilt eben auch für Yoga, lange Waldspaziergänge, Tageslichtlampen, Sport...

              Rein vom Gefühl her würde ich sagen, man darf einem Therapeuten ruhig eine Chance geben, aber wenn man merkt, man fühlt sich unwohl sollte man auch nicht zu lange zögern, die Therapie abzubrechen oder zu wechseln.
              I'd rather be a forest than a street

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                #8
                Zitat von Nayeela Beitrag anzeigen
                Lange Rede Kurzer Sinn: Ich glaube, da muss man einfach ein bisschen ausprobieren und herumsuchen, bis man den richtigen Therapeuten findet.Bei mir hat es mehr als 5 Jahre gedauert.
                Wenn es tatsächlich bei "ein bisschen ausprobieren" bleiben würde hätt ich ja kein Problem damit, aber ich war bei 14 verschiedenen Therapeuten in den verschiedensten Therapieformen (Gesprächstherapie, Gruppentherapie, Musiktherapie, Ergotherapie, Sporttherapie...) und keiner davon hat bei mir irgendwas verbessert.
                Zitat von Scarecrow Beitrag anzeigen
                Aber wenn wir mal auf die anderen Ebenen schaun ist es ja ähnlich: dem einen hilft Citalopram, dem zweiten Imipramin und dem dritten Venlafaxin. Grade psychische Erkrankungen sind sehr schwer zu behandeln und vieles muss man auch über Experimentieren rausfinden..
                Ich hab eine Menge experimentiert. Ich hatte Fluoxetin, Mutan, Cipralex, Praxiten, Gladem, Sertralin, Nozinan, Rohypnol, Tritico und Welbutrin.
                Aber vielleicht ist auch nur einfach irgendwas mit mir verdammt falsch.
                Ich will hier auch niemanden, der Hilfe braucht, demotivieren, sich diese zu suchen. Ich möchte nur auch gern die zweite Seite der Medaille aufzeigen; das obligatorische "such dir professionelle Hilfe!" funktioniert eben leider auch nicht bei jedem.

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                  #9
                  Zitat von deaktiviert Beitrag anzeigen
                  Ich benutz diesen Thread jetzt einfach mal ganz dreist, um in die Runde zu fragen: Gibt es hier irgendwelche Betroffene, bei denen die Psychotherapie tatsächlich was Positives bewirkt hat?
                  Ich hab bisher noch jeden Therapeuten deprimierter verlassen als ich es vorher war.
                  Nicht wirklich, mir ging es mal ein paar Monate besser, vielleicht ein halbes Jahr und das wohlgemerkt nach einer 6 monatigen stationären Therapie mit anschließender ambulanter Behandlung die auch nochmal mehrere Monate ging. Ich hab also letztendlich mehr Zeit mit der angeblichen Therapie verbracht, als mit dem Ergebnis.
                  Ich will aber irgendwie auch nicht auf meine Psychologin zugehen und sagen "jo hör mal zu, mir gehts kacke, verschreib mir mal ein paar Medikamente kkthxbye".
                  Zuletzt geändert von KanekiKen; 11.08.2016, 12:32.

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                    #10
                    Zitat von Aspartam Beitrag anzeigen
                    Wenn es tatsächlich bei "ein bisschen ausprobieren" bleiben würde hätt ich ja kein Problem damit, aber ich war bei 14 verschiedenen Therapeuten in den verschiedensten Therapieformen (Gesprächstherapie, Gruppentherapie, Musiktherapie, Ergotherapie, Sporttherapie...) und keiner davon hat bei mir irgendwas verbessert.

                    Ich hab eine Menge experimentiert. Ich hatte Fluoxetin, Mutan, Cipralex, Praxiten, Gladem, Sertralin, Nozinan, Rohypnol, Tritico und Welbutrin.
                    Aber vielleicht ist auch nur einfach irgendwas mit mir verdammt falsch.
                    Ich will hier auch niemanden, der Hilfe braucht, demotivieren, sich diese zu suchen. Ich möchte nur auch gern die zweite Seite der Medaille aufzeigen; das obligatorische "such dir professionelle Hilfe!" funktioniert eben leider auch nicht bei jedem.
                    Lag es an der Therapieform, dass es nichts half oder an den Therapeuten?

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                      #11
                      Zitat von KanekiKen Beitrag anzeigen
                      Ich will aber irgendwie auch nicht auf meine Psychologin zugehen und sagen "jo hör mal zu, mir gehts kacke, verschreib mir mal ein paar Medikamente kkthxbye.
                      Witzig, bei mir war's immer genau umgekehrt. Ich hatte den Eindruck, den Psychiatern konnte das Verschreiben gar nicht schnell genuag gehen. Ist ja auch logisch, wenn man von der Pharmaindustrie geschmiert wird und zu faul ist, sich tatsächlich mit dem Patienten zu beschäftigen.
                      Zitat von Nayeela Beitrag anzeigen
                      Lag es an der Therapieform, dass es nichts half oder an den Therapeuten?
                      Sowohl als auch.
                      Die Therapieform, die ich am häufigsten versucht hab, war die klassische Gesprächs-Psychotherapie. Ich hatte männliche Therapeuten, weibliche Therapeuten, Junge, Alte, Aufgeschlossene und Konservative. Aber im Endeffekt lief es doch immer gleich ab:
                      "Und, Aspartam, wie geht's dir heute?"
                      "Beschissen."
                      "Was glaubst du, könnte dir da helfen?"
                      "Wenn ich das wüsste, wär ich nicht hier, oder?"

                      Die anderen Therapieformen, wie Musik- oder Ergotherapie waren zwar ganz lustig, aber nicht grade von hohem therapeutischem Wert. Ich spiele gern Klavier, aber deswegen geht's mir trotzdem scheiße. Ich bastle gern, aber deswegen geht's mir trotzdem scheiße.
                      Was mir bei allen Therapieformen gefehlt hat, waren die praktischen Lösungsansaätze. Vermutlich, weil es kaum welche gibt.

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                        #12
                        Zitat von Aspartam Beitrag anzeigen
                        Witzig, bei mir war's immer genau umgekehrt. Ich hatte den Eindruck, den Psychiatern konnte das Verschreiben gar nicht schnell genuag gehen. Ist ja auch logisch, wenn man von der Pharmaindustrie geschmiert wird und zu faul ist, sich tatsächlich mit dem Patienten zu beschäftigen.

                        Sowohl als auch.
                        Die Therapieform, die ich am häufigsten versucht hab, war die klassische Gesprächs-Psychotherapie. Ich hatte männliche Therapeuten, weibliche Therapeuten, Junge, Alte, Aufgeschlossene und Konservative. Aber im Endeffekt lief es doch immer gleich ab:
                        "Und, Aspartam, wie geht's dir heute?"
                        "Beschissen."
                        "Was glaubst du, könnte dir da helfen?"
                        "Wenn ich das wüsste, wär ich nicht hier, oder?"

                        Die anderen Therapieformen, wie Musik- oder Ergotherapie waren zwar ganz lustig, aber nicht grade von hohem therapeutischem Wert. Ich spiele gern Klavier, aber deswegen geht's mir trotzdem scheiße. Ich bastle gern, aber deswegen geht's mir trotzdem scheiße.
                        Was mir bei allen Therapieformen gefehlt hat, waren die praktischen Lösungsansaätze. Vermutlich, weil es kaum welche gibt.
                        Bei mir läufts auch eigentlich immer so ab, nur dass meine jetzige Therapeutin, dann mal anfängt aufzuarbeiten mit mir, warum es mir jetzt gerade scheisse geht und dann, was man daran ändern kann.

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                          #13
                          Zitat von Nayeela Beitrag anzeigen
                          Bei mir läufts auch eigentlich immer so ab, nur dass meine jetzige Therapeutin, dann mal anfängt aufzuarbeiten mit mir, warum es mir jetzt gerade scheisse geht und dann, was man daran ändern kann.
                          Das haben meine auch versucht, aber sonderlich hilfreich war es nicht.

                          Wenn wir draufkommen, dass ich depressiv bin, weil meine Eltern traurige Psychos sind, ist das zwar ganz interessant zu wissen, aber nicht wirklich zielführend.

                          Und wenn ich sage "mir geht's scheiße, weil mich niemand liebt, ich hässlich bin, Phantasien im Kopf habe die mir unfassbare Angst machen, mein Leben sinnlos ist weil ich irgendwann sowieso sterbe, und ich einen wahnsinns-Spaß dran hab mir selbst zu schaden", und der Therapeut sagt daraufhin "hast du mal versucht, das Ganze positiver zu sehen oder eine Runde joggen zu gehen?" muss ich mich ehrlich fragen, wen er eigentlich verarschen will.

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                            #14
                            Bei mir haben die Therapien letztlich geholfen. Ich war aber nicht nur beim Therapeuten, sondern habe mein Leben komplett umgekrempelt: mich von Menschen getrennt, die mir nicht gut tun, mir eine Aufgabe gesucht, die mich ausfüllt, mir klar gemacht, was ich im Leben wollte, öfter Dinge getan, die mich erfreut haben und mir gut tun, mir Zeit explizit für mich genommen... würde ich immer noch in meiner Situation von vor 5 Jahren rumhängen, hätte ich glaube ich noch 10 Therapien machen können, das hätte nix gebracht.

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                              #15
                              Welche Therapieform war für dich denn am hilfreichsten?

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