Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Depression

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    ich antworte einfach mal alles, falls ich wen oder was vergesse dann sorry ist keine absicht

    finds erst mal beruhigend zu hören dass ich nicht die einzig bekloppte bin <3 ich denke ich werde es einfach mal ignorieren und hoffe darauf, dass es nicht schlimmer wird sondern so bleibt oder einfach wieder aufhört. wenns aus dem nichts kommt (tuts wahrscheinlich nicht, weiß ich), gehts vielleicht auch wieder weg. mich hatte es eben nur gewundert, weil ich so intrusive gedanken richtung selbstverletzung schon immer habe und damit auch zurecht komme, ist irgendwie normalität, aber das mit dem suizid ist was neues für mich. sofern das schlimmer wird, kann ich mir ggf. ja immer noch hilfe suchen, um der sache auf den grund zu gehen.

    wegen des selbstmord dings, ich denke auch nicht, dass geländer vor bahnsteigen jetzt die beste prävention sind, um selbstmorde zu verhindern. klar ist der gedanke nett, aber jemand der sich umbringen will, macht das idr nicht spontan sondern hat sich das meist gut überlegt und findet dann eben andere bahnsteige, äh, wege. ansonsten können wir ja auch körbe voller grapefruits in bahnhöfe stellen.

    ich denke, dass ich nicht gefährdet bin, weil selbstmord für mich einfach kein thema ist. es ist etwas, worüber ich schon mal nachgedacht habe, aber nichts, worüber ich als option nachdenke, wenn das sinn macht. und ansonsten: wenn ich es vorhätte, würde ich es einfach machen und nicht noch ''hilfe'' im internet suchen wegen solcher gedanken.
    schickt mir keine anfragen wenn wir nie geschrieben haben thx

    Kommentar


      Zitat von pumpkinspicedlatte Beitrag anzeigen
      das ist bestimmt voll gegen die forenregeln also pls nicht zitieren aber
      https://forum.maedchen.de/forum/lebe...2#post17325572

      Sehe es so wie die anderen - ist halt ein gedankliches Ventil. Ich bin sonst der größte Menschenfreund und Hippie, könnte das aber glaube ich nicht ohne Black Metal und diverse Gewaltfantasien im Hintergrund, die das für mich verarbeiten. Lässt sich ja auch gut auf sich selbst übertragen. Versuche nett und konstruktiv zu mir selbst zu sein, aber wünsche mir dennoch des Öfteren, dass mich einfach ein random Bus so nebenbei mal erlöst, weil es halt schon echt ein struggle ist ab und an...sollte man nicht zu ernst nehmen, ich tus zumindest nicht - denke mir halt immer "Hello darkness my old friend" und lach bisschen über mich selbst, wenn ich mal wieder alles überdramatisiere

      Kommentar


        Zitat von pumpkinspicedlatte Beitrag anzeigen

        ich denke, dass ich nicht gefährdet bin, weil selbstmord für mich einfach kein thema ist. es ist etwas, worüber ich schon mal nachgedacht habe, aber nichts, worüber ich als option nachdenke, wenn das sinn macht. und ansonsten: wenn ich es vorhätte, würde ich es einfach machen und nicht noch ''hilfe'' im internet suchen wegen solcher gedanken.
        Muss mal etwas dazu sagen weil ich es jetzt wo ich darüber nachdenke sehr interessant finde:

        Ich habe 3-4 sehr frustbeladene Jahre hinter mir.
        Ich war schon sehr verzweifelt und fast nichts lief so wie ich das gerne gehabt hätte. Ich denke ich hätte schon genügend Gründe für Suizidgedanken gehabt!

        Ich hatte aber nie daran gedacht auch wenn es mir noch so dreckig ging.
        Das fällt mir jetzt erst im Nachhinein bewusst auf.

        Das Einzige was immer positiv war, dass meine Eltern immer für mich da waren.
        lg Vanessa

        Kommentar


          Zitat von MarcMiuu Beitrag anzeigen
          klingt alles so frustriert.
          Well no shit Sherlock du bist in einem Depressionsthread.

          Wenn man keine Angst vorm Tod hat, einem alles scheissegal zu sein scheint, kann man ebenso gut, sich unerschrocken eben den Problemen stellen, und vl besser diese killen ... anstatt sich selbst.
          Wenn du aber so richtig tief in einer Depression steckst hast du dazu nicht mehr die Kraft und Motivation und siehst nicht den Sinn dahinter dich "unerschrocken deinen Problemen zu stellen". Vielleicht würde ein gesunder Mensch das tun wenn er wüsste dass er an Tag xy stirbt, er würde sagen YOLO und nochmal so richtig auf den Putz hauen. Aber wenn's mir so richtig dreckig geht will ich kein neues Leben anfangen ohne Rücksicht auf Verluste, ich will mich einfach nur noch verpissen.

          Zitat von muirgheal Beitrag anzeigen
          Andererseits finde ich die Denkweise "wenn man keine Angst vor dem Tod hat, dann braucht man vor nichts Angst zu haben" auch nicht immer anwendbar. Denn ich würde mal ganz dreist behaupten, dass ich keine, oder zumindest keine große, Angst vor (meinem) Tod habe. Es gibt tausend Dinge, die machen mir viel, viel mehr Angst.
          Das.
          Tot sein ist ja ziemlich unkompliziert. Mir fallen da spontan ein Haufen Dinge ein die ich schwieriger finde.

          Zitat von Chinook Beitrag anzeigen
          so jemanden brauch ich auch immer
          und jemand ders mal konkret angeht. ständig nur über meine traurige kindheit und mein trauriges leben reden bringt so null weiter (mimimi muss auch gemacht werden und muss man halt auch aushalten) der soll mir bitte einfach helfen zu strukturieren was los ist und wie ma das wieder in geregelte bahnen kriegen.
          Ich wollte immer so einen Therapeuten und hab nie so einen gefunden!! Arrgh ich hab das sogar mehrmals direkt angesprochen und gesagt "Leute ich find's ja wirklich ganz witzig über meine Kindheit zu plaudern, aber könnt ihr mir jetzt bitte ein paar Dinge sagen die ich konkret tun kann damit's mir besser geht?"
          Aber da kam dann nie was. Besonders auf der Suche nach Therapie für meine ES hat mich das furchtbar frustriert. Ich wollte wissen was ich jetzt tatsächlich machen kann um aufzuhören mich wie eine Irre zu ernähren, stattdessen wollen die mit mir über meine Daddy Issues reden. What the fuck das macht mich auch nicht satter.
          Dann geh ich extra in Verhaltenstherapie, und erwisch so eine komische Esotheriktante die mich nur irgendwelche peinlichen Mantras aufsagen lässt. Dann geh ich in ein extra Zentrum für Essstörungen, und erwisch einen Therapeuten dessen Vokabular aus den Sätzen "wie geht's dir?", "was glaubst du könnte dir da helfen?" und "ich bin nicht da um dich zu führen, ich stütze dich nur von hinten!" besteht. Dann geh ich stationär und komm aus dem Gebäude verrückter wieder raus als ich rein bin.
          Sorry for the rant ich wiederhol mich nur manchmal gern wenn mich etwas sehr aufregt.

          Kommentar


            "sich seinen problemen stellen" ist halt auch nicht ganz so einfach, wenn man noch nicht mal die 'einfachsten' dinge des alltags schafft, weil man die energie dafür nicht mehr hat. das fängt mit so dingen wie aufstehen und duschen gehen + anziehen an und zieht sich dann immer weiter.
            schickt mir keine anfragen wenn wir nie geschrieben haben thx

            Kommentar


              Außerdem, ich würd mich ja gern meinen Problemen stellen, wenn ich überhaupt mal wüsste was eigentlich meine Probleme sind. Es ist ja gar nicht so einfach zu identifizieren, welche von den Stimmen in dir die Vernünftige und welche die Verrückte ist. Welche Entscheidung du aus Selbstschutz und welche du aus Angst triffst. Welche Menschen dich verstehen können und welche dich nur in negativen Verhaltensweisen bestärken. Welche Arbeit dich über dich hinauswachsen lässt und welche dich überfordert. Welche Zukunftsvision ein ehrlicher Wunsch von dir ist und welche nur ein Versuch vor deinen Problemen davonzulaufen.
              Wenn ich tatsächlich mal wüsste in welche Richtung ich eigentlich gehen sollte fände ich vermutlich schon irgendwo die Energie das auch zu tun. Aber ich hab ja echt keine Ahnung was ich eigentlich will.

              Kommentar


                Zitat von MarcMiuu Beitrag anzeigen
                vielleicht nicht dasselbe, aber eine ähnliche Unruhe oder Angst?
                Fällt mir nämlich jetzt ein, wo knallgirl oben das mit dem PC schrieb ...

                U-Bahn... dass irgendwer gleich vor die Bahn fällt oder reingestossen wird. Krass unangenehmes Gefühl. Leider gibts ja auch immer wieder Unglücke u.ä. Die Betreiber versuchen das auch immer recht schnell sachlich abzuwickeln. Und man kann sich seinen Teil dazu denken.

                Hoffe, wir haben iwann - egal wie teuer es wird - eine Art Abperrungen installiert.


                gibts bei uns an manchen stationen :>

                Kommentar


                  Ich sehe da auch einiges auf mich zukommen,
                  Es ist jetzt 13.49 h.
                  Um 12h bin ich aufgestanden und seit dem habe ich 0,2 Liter Brandy intus und was soll ich sagen.
                  Ich stand mit einer Depression auf. Hab mich schwer getan ein Paket abzuholen und jetzt geht es mir phantastisch.
                  Gepriesen sei der Alkohol Die Droge.....

                  Früher wusste ich nie das Alkohol einen so euphorisch machen und das Leben erleichtern kann.
                  Ich war mehr für Cannabis. den ich heute hasse.
                  Hatte Koks und Extasy intus.,,,
                  und nun da ich fast an den Drogen gestorben bin entdecke ich wie schön doch der Alkohol ist.
                  Er verändert nicht die Persönlichkeit. erzeugt keine Panilkattacken und macht auch nicht Psychotisch.
                  Es ist einfach nur Alkohol....

                  und er wird mich töten.
                  Schneller als alle anderen Drogen.
                  Am Montag gehe ich in die Tagesklinik zur Diagnostik.
                  Mein Problem ist aber das die Tage mit Alkohol so viel schöner sind als die Ohne
                  das ich gar nicht wirklich aufhören möchte zu trinken.
                  Ich würde nur gerne seltener trinken.
                  Aber das wird wohl nicht funktionieren.
                  Ich werde ganz aufhören müssen wenn ich leben will.
                  Aber wie soll ich das schaffen und wie soll man es aushalten ohne Alkohol in diesem von Islam dominierten Staat zu leben?
                  Überall Krieg, Terror. Leid und Elend.....
                  Und jeden Tag treffe ich auf Menschen die verrückter sind als ich selber....
                  Alles ist so schwer auszuhalten.

                  Dennoch möchte ich leben,
                  Was soll ich nun tun?
                  Jede Therapie würde scheitern wenn man nicht ernsthaft wollen würde aufhören zu trinken.
                  Aber ich bin nicht soweit und deshalb könnte ich kotzen.....
                  Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. Voltaire

                  Kommentar


                    Zitat von Knallgirl Beitrag anzeigen
                    Aber wie soll ich das schaffen und wie soll man es aushalten ohne Alkohol in diesem von Islam dominierten Staat zu leben?
                    sorry, dass ich dir das jetzt so direkt sage, aber: was für ein schwachsinn. was hat die zugehörigkeit zu einer der fünf weltregionen von fremden menschen mit deinem alkoholismus zu tun? sorry, aber das ist der größte scheiß, den ich je gesehen hab und ich wäre mit solchen aussagen überaus vorsichtig. dass du alkoholabhängig bist, ist wohl kaum die schuld von menschen, mit denen du nie was zu tun hattest, und erst recht nicht aufgrund der religionszugehörigkeit anderer.

                    ansonsten kann ich nur sagen: wenn du an dem punkt bist, an dem du dir dein leben nicht mehr ohne alkohol vorstellen kannst, weil du schon seit längerem so viel konsumierst, dass du das leben ohne nicht mehr lebenswert findest, ist dein problem wirklich sehr ernst und es wird nicht nur zeit für eine diagnose, sondern für den entzug.

                    ich weiß nicht, ob es für dich möglich ist, aber hast du die chance, mit trockenen alkoholikern in kontakt zu treten? egal ob im bekanntenkreis oder bei den aa oder sowas. könnte mir vorstellen, dass du durch einige schockberichte von echten menschen, die dir gegenüber sitzen, vielleicht noch mal ein wenig aufgeweckt wirst. aber du sagst doch selbst schon, dass ein normales leben für dich aktuell nicht möglich ist.
                    schickt mir keine anfragen wenn wir nie geschrieben haben thx

                    Kommentar


                      Zitat von Aspartam Beitrag anzeigen
                      Außerdem, ich würd mich ja gern meinen Problemen stellen, wenn ich überhaupt mal wüsste was eigentlich meine Probleme sind. Es ist ja gar nicht so einfach zu identifizieren, welche von den Stimmen in dir die Vernünftige und welche die Verrückte ist. Welche Entscheidung du aus Selbstschutz und welche du aus Angst triffst. Welche Menschen dich verstehen können und welche dich nur in negativen Verhaltensweisen bestärken. Welche Arbeit dich über dich hinauswachsen lässt und welche dich überfordert. Welche Zukunftsvision ein ehrlicher Wunsch von dir ist und welche nur ein Versuch vor deinen Problemen davonzulaufen.
                      Wenn ich tatsächlich mal wüsste in welche Richtung ich eigentlich gehen sollte fände ich vermutlich schon irgendwo die Energie das auch zu tun. Aber ich hab ja echt keine Ahnung was ich eigentlich will.
                      und dazu kommt ja noch, dass depressionen (& eventuelle selbstmordgedanken) auch irgendwann isoliert vorhanden sind. sind meine probleme vielleicht durch bestimmte ereignisse ausgelöst worden? definitiv. sind diese ereignisse heute noch in irgendeiner form relevant für mein leben? absolut nicht. mir gehts scheiße seit ich 12 bin, und früher hatte ich "gründe", und vor ein paar monaten waren noch einige dinge in meinem leben scheiße, aber aktuell? alles läuft. klar, es ist nicht alles perfekt, aber allgemein gehts mir (objektiv) ziemlich gut, es gibt aktuell nichts, was irgendwie für mich ein grund wäre, mich so scheiße zu fühlen, wie ich es tue. meine depression ist da, egal ob die äußeren bedingungen gerade top sind oder nicht.
                      schickt mir keine anfragen wenn wir nie geschrieben haben thx

                      Kommentar


                        Mein bester Freund hatte depressionen und war auch 2-3 Wochen im Koma, weil er sich mit Tabletten vollgepumpt hatte und sein linker Gehirnknochen entfernt werden musste, weil sich so viel Blut staute.
                        Ich habe ihn oft besucht.. er hat mir auch davon erzählt wie es ist depressionen zu haben und ich muss ehrlich zu geben: Ich verstehe es bis heute noch nicht wirklich.
                        So oft ich es auch versuche Personen in solch einer Lage zu verstehen und mich in die Situationen hinein zu versetzen desto schneller wurde mir klar - es ist mir nicht möglich.

                        Den Schmerz, und die offenen Wunden spüre ich bei Ihm heute noch schließlich kennen wir uns über 10 Jahre lang.

                        Trotz meiner offenen Persönlichkeit und gewisser Erfahrung die ich im laufe meines Lebens angehäuft habe.. sind Depressionnen anscheinend etwas was ich nie verstehen werde.
                        Ich weiß nur eines du brauchst in solch einer Phase eine zweite Person die dich begleitet und Schritt für Schritt mit dir aus dieser Gasse geht.
                        Mein bester Freund ist der lebende Beweis, dass man etwas schaffen kann - wenn man den nötigen Willen und die Bereitschaft dafür aufbringt.


                        Lg.
                        Ämpty.

                        Kommentar


                          Zitat von Knallgirl Beitrag anzeigen
                          Aber wie soll ich das schaffen und wie soll man es aushalten ohne Alkohol in diesem von Islam dominierten Staat zu leben?
                          Überall Krieg, Terror. Leid und Elend.....
                          dass einige leute die vermutlich dem islam zugehörig sind dir das leben schwer gemacht haben ist schrecklich. ich kann auch durchaus nachvollziehen wie es zu dieser sichtweise kommt. auch leute die zb opfer von mobbing geworden sind, haben oft ewig vorbehalte gegenüber menschen wie denen die sie schikaniert haben. "tussis", "die beliebten" oder einfach besonders laute extrovertierte menschen, man sucht sich eben das auffälligste merkmal

                          diese sichtweise wird dich nur leider keinen meter weiter bringen. klar triggern äußere umstände gewisse sachen, sind auslöser für trauma(ta) und beeinflussen den eigenen werdegang. nur leider kannst du daran nichts ändern. einfluss hast du eben nur auf dich selbst, solange du deine energie dahingehend verschwendest dich an all die gründe zu klammern die du nicht beeinflussen kannst wird nicht besonders viel überbleiben um an dir selbst zu arbeiten.

                          wohnst du eigentlich immernoch in der selben gegend? ich würd mich an deiner stelle wirklich umsehen nach etwas anderen. mitten in hamburg evtl in nem problematischen viertel wird das leben halt immer härter und gefährlicher sein als aufm dorf oder am stadtrand. würde dir sicher gut tun, wo es ruhiger ist traust du dich sicher auch eher nüchtern aus dem haus. generell fällt dann das entspannen leichter. und du rennst nicht täglich an der einen ecke vorbei wo dies passiert ist und andere anderen wo das passiert ist.

                          ja ich weiß, es sollte nicht so sein dass du weg musst da, es sollten die probleme dort gelöst werden und das viertel sicherer gemacht werden und wir sollten in der perfektesten aller welten leben, aber hilft ja nischt. würde da einfach egoistisch denken und mich aus dem staub machen. in deinem zustand kannst eh nichts dran tun und wichtiger ist ohnehin, dass du mal auf die beine kommst

                          ansonsten, wie gesagt aa, bisschen in kontakt kommen mit leuten dies geschafft haben. ein gesundes(!) soziales netzwerk aufbauen, strukturen schaffen in denen du es leichter hast, deine umgebung so gestalten dass du trocken werden kannst.

                          Kommentar


                            Zitat von Aemptysoul Beitrag anzeigen
                            Mein bester Freund hatte depressionen und war auch 2-3 Wochen im Koma, weil er sich mit Tabletten vollgepumpt hatte und sein linker Gehirnknochen entfernt werden musste, weil sich so viel Blut staute.
                            Ich habe ihn oft besucht.. er hat mir auch davon erzählt wie es ist depressionen zu haben und ich muss ehrlich zu geben: Ich verstehe es bis heute noch nicht wirklich.
                            So oft ich es auch versuche Personen in solch einer Lage zu verstehen und mich in die Situationen hinein zu versetzen desto schneller wurde mir klar - es ist mir nicht möglich.
                            Ich hoffe dein Freund fühlt sich heute etwas besser und ihr könnt weiterhin so füreinander da sein.
                            Ich denke dass sich Depressionen auch nicht für jeden genau gleich anfühlen, aber ich kann versuchen dir zu erklären wie es bei mir ist. Stell dir vor du lebst das gleiche Leben das du jetzt lebst, aber egal was du tust, du fühlst dich immer so als hättest du vor Kurzem erfahren dass eine geliebte Person gestorben ist. Ich meine damit nicht zwangsläufig dass du tieftraurig bist, aber du bist nicht in der Lage dich über irgendetwas zu freuen. Du gehst deinen Hobbies nach aber sie machen plötzlich keinen Spaß mehr. Du siehst einen schönen Sonnenuntergang aber er löst nichts Positives in dir aus. Du weißt rein rational dass dir diese Dinge eigentlich Freude bereiten sollten, aber irgendwie ist dein Körper nicht in der Lage die entsprechenden Glückshormone auszuschütten.
                            Dazu kommt, dass dich alles furchtbar anstrengt. Bestimmt kennst du dieses Gefühl einen Tag bevor du die Grippe bekommst, du fühlst dich schwach und spürst dass du jeden Moment krank wirst. Dieses Gefühl hast du immer, über Monate oder Jahre hinweg. Du fühlst dich immer so als würdest du morgen die Grippe kriegen und hättest jetzt einfach keine Kraft für die alltäglichen Dinge des Lebens, stattdessen solltest du dich ins Bett legen und dich auskurieren.
                            Weil dich alles so anstrengt ziehst du dich körperlich und emotional immer weiter von der Welt zurück. Wenn du mit hohem Fieber im Bett liegst willst du ja auch nicht unbedingt dass zehn deiner Freunde in deinem Krankenzimmer Party machen, du willst einfach nur deine Ruhe, weil dich geistige oder körperliche Anstrengung noch müder macht. Du stumpfst emotional ab weil du einfach nicht mehr genug Energie hast um sie in die Teilnahme am Leben anderer zu investieren. Du siehst dass es einem Freund schlecht geht, aber du hast nicht die Kraft ihn zu trösten weil du selbst keine Reserven mehr hast. Dadurch fühlst du dich schuldig, weil du weißt dass du mehr für andere da sein solltest, aber du bist schon überfordert damit dir morgens die Zähne zu putzen, also hältst du von anderen Menschen immer mehr Abstand.
                            Weil du merkst, dass du dich nicht gut fühlst egal was du tust, wirst du nihilistisch. Es macht keinen Sinn mehr sich überhaupt für irgendetwas anzustrengen, weil du weißt dass du trotzdem kein Dopamin dafür kriegst. Du denkst, ist doch gleichgültig was ich mache oder was aus mir wird, ich könnte einen Marathon laufen und würd mich danach genauso stumpf fühlen wie davor, also warum sollte ich überhaupt eine kleine Runde laufen gehen? Dann fühlst du dich wieder schuldig weil du so nichtsnutzig bist, denn wie kannst du dich nicht schuldig fühlen wenn du merkst dass du zu nichts zu gebrauchen bist?
                            Öhm der Text wurde jetzt irgendwie länger als ursprünglich geplant.
                            Kürzer gesagt, Depressionen sind wie das Gefühl vor dem ersten Morgenkaffee, also kochst du dir eine Tasse nach der Nächsten, ohne zu merken dass du ausversehen den Entkoffeinierten gekauft hast.

                            Mein bester Freund ist der lebende Beweis, dass man etwas schaffen kann - wenn man den nötigen Willen und die Bereitschaft dafür aufbringt.
                            Ich kenne mehrere Leute die einen Suizidversuch überlebt haben und jetzt immer noch leben, aber sich in Wahrheit auch nicht besser fühlen als vorher. Hoffe das ist bei deinem Freund nicht der Fall und du kannst ihn dabei unterstützen sich jeden Tag etwas besser zu fühlen. Alleine dass du für ihn da bist bedeutet vermutlich schon eine Menge für ihn.
                            Zuletzt geändert von Aspartam; 11.11.2018, 14:55.

                            Kommentar


                              Aspartam ich liebe deine Texte, diesen werde ich jetzt immer herzeigen auf die Frage "Wie geht's dir?"
                              Kann Spuren von Erdnüssen, Ironie und Unsinn enthalten.

                              Kommentar


                                Zitat von lost-boy Beitrag anzeigen
                                Aspartam ich liebe deine Texte, diesen werde ich jetzt immer herzeigen auf die Frage "Wie geht's dir?"

                                Das könnte die Leute aber etwas verunsichern.^^

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X