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Wie kommt man mit Leistungsdruck klar...oder eher generell mit dem Leben?

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    Wie kommt man mit Leistungsdruck klar...oder eher generell mit dem Leben?

    Hey.

    Zugegebenermaßen ist mir diese Frage etwas peinlich, oder generell die Tatsache, dass ich an Leistungsdruck leide, aber ihr kennt mich wohl eh alle nicht xD.

    Nein ernsthaft... Also, ich gehe jetzt in die 11. Klasse (G9) einer Gesamtschule, d.h. es werden bis zur 10. Klasse alle Schüler zusammen unterrichtet, aber man kann dann noch weiter machen. Das mache ich gerade. Und zugegebenermaßen gehörte ich eigentlich fast immer zu den Intelligenten, aber nicht wirklich motivierten Schülern. Was wohl auch damit zusammenhängt, dass ich depressiv bin und teilweise auch ziemlich viele Fehlzeiten hatte (auch deswegen) und halt generell eigentlich nicht weiß, was ich mit meinem Leben anfangen soll und auch Probleme habe mit Ordnung/Struktur. Aber für einen erweiterten Realschulabschluss mit 2,9 hat es gereicht.
    Jetzt bin ich in der 11. Klasse und merke, wie mir die Depressionen und meine anderen Probleme echt zum Verhängnis werden. Ich bemühe mich zwar, aber es reicht nicht. Meistens liegt es daran, dass ich mit Ordnung/Struktur nicht umgehen kann. Klingt jetzt vielleicht komisch, aber ich habe eine innere Abneigung dagegen, die ich nicht mal bewusst steuern kann. Hab es halt in den Letzten 17 Jahren nicht wirklich gelernt und auch nie wirklich vorgelebt bekommen und hatte eigentlich hauptsächlich mit Leuten zu tun, die ihr Leben selbst nicht im Griff haben. Wie soll ich das denn jetzt mal eben schnell ausbügeln? Ich habe das Gefühl, jetzt das erste mal mit Normalen Menschen und dem Normalen Leben konfrontiert zu werden. Wie soll ich mich denn da jetzt eben so eingliedern, wenn ich von meinen Werten und Lebenseinstellungen her komplett anders bin? Für mich ist zum Beispiel Liebe, Geborgenheit und Zuneigung, Gefühle viel wichtiger als Geld. Aber das sind halt alles Dinge, die man sich nicht erarbeiten kann. So etwas wie Ziele habe ich eigentlich gar nicht und habe eigentlich nur Angst vor meinem Leben.

    Seitdem ich in der 11. Klasse bin, habe ich auch immer mehr das Gefühl, dass ich Nicht in Ordnung bin und schäme mich mehr oder weniger für meine Existenz, weil ich das, was von mir in der Schule verlangt wird gar nicht leisten kann, was mir aber keiner glaubt. Es ist auch nicht gerade motivierend zu hören, dass ich theoretisch fast alles könnte, aber es an meinen persönlichen Problemen scheitert. Dies fördert meine Depressionen noch zusätzlich.

    Mag sein, dass ich ein Opfer des Jahrtausends bin und man vor 30 Jahren diese Probleme noch nicht hatte blablabla, aber vielleicht kennt das ja trotzdem jemand und kann mir vielleicht irgendwie helfen.

    Ach ja und ich breche nicht die Schule ab, weil ich 1. nicht weiß, was ich werden will und 2. im Job die gleichen Probleme hätte, mit gravierenderen Folgen.
    ~But I'm a supergirl. And supergirls don't cry.

    ~I lay my head upon my Sword, no more blood and no more war. I laymy head upon my Sword, to end this war.

    #2
    weiß nicht ob du bereits professionelle hilfe bekommst - falls nein, würde ich mich an deiner stelle auf jeden fall um einen therapie platz bemühen. gerade wenn du die schule nicht abbrechen und nach der schule arbeiten willst, wirst du dich früher oder später darum kümmern müssen.

    zum rest: dass dir liebe, geborgenheit, zuneigung und gefühle wichtiger als geld sind, ist okay. bedenke dabei aber halt auch, dass dir nichts davon eine lebensgrundlage bieten kann. es ist nicht falsch, andere dinge mehr wertzuschätzen, aber von irgendwas muss man halt auch leben. und du sagst ja selbst, dass du die schule abschließen und ins berufsleben willst, OWBOHL du probleme mit ordnung und struktur hast.

    wie gesagt, therapie oder wenn das spontan nicht möglich ist, such dir ne beratungsstelle oder selbsthilfegruppe oder versuche sonst irgendwie, dich jemandem anzuvertrauen und vielleicht deine eltern auch miteinzubeziehen, wenn sies nicht sind. sonst hab ich nicht allzu viele gute tipps, aber routine + geregelter tagesablauf kann helfen, genauso wie gesunde ernährung, sport, realistische ziele.
    ihr wisst, wo ihr mich findet xx

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      #3
      Ich gehe auch in die 11. Klasse (G9) und kann das mit dem Leistungsdruck absolut nachvollziehen, fast alle im Kurs spüren ihn, und wir wissen, dass es in der 12 mit den Leistungsskursen bestimmt nicht einfacher wird. Aber das Spiel ist leider so: Wir wollen ja was von der Schule (das Abi), weshalb für uns wohl oder übel deren Regeln gelten. Oder um es mit dem allseits beliebten Lehrerspruch zu sagen: "Ihr seid alle freiwillig hier!"
      Aber trotzdem kannst du dir mit ein paar Sachen viel von dem Druck selbst nehmen. Also bei mir und meinen BFFs stehen beispielsweise oft am Wochenende Besuche im Thermalbad auf dem Programm, halt so einen ganzen Tag mit allem drum und dran. Das ist fast schon wie so ein kleiner Mini Kurzurlaub und Montage beginnen gleich total anders. Oder du schaffst dir einen anderen Ausgleich. Vielleicht gibt es in deinem Leben etwas, was du besonders gut kannst oder ein Hobby, das dich ausfüllt, halt eine Sache, in der du dich selbstbewusst, kompetent und sicher fühlst, weil du sie eben beherrschst. Wo du eben du selbst bist. Klar, natürlich wird der schulische Leistungsdruck auch weiterhin da sein, aber du kannst durch solche Ausgleiche ebentuell besser damit umgehen.
      Und wenn ich mir manchmal die armen G8 Kandidaten anschaue, wird schnell klar wie gut wir es doch mit G9 getroffen haben, denn es könnte alles noch viel schlimer sein, denn G8 macht wirklich kaputt.
      Mein letzter Urlaub in Tunesien war viel schöner als der in Donesien!
      ________

      Johann Wolfgang von Goethe neulich in einem Interview zur Coronakrise: "Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen."

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        #4
        Mir hilft es immer einen Ausgleich zu schaffen. Also Freunde treffen ist für mich sehr wichtig und zusätzlich noch genug Sport treiben.

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