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Gefühlsleer

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    Gefühlsleer

    Ich weiß garnicht wo ich anfangen soll. Zu mir ich bin 20 Jahre jung und männlich. Hatte eine sehr problematische und schwierige Kindheit auf die ich jetzt mal nicht näher eingehe, da sonst locker 30 Seiten weg sind. Also schneller Zeitsprung zu meiner aktuellen Situation. Ich habe bis ich 20 geworden bin nur gegammelt, Abi abgebrochen, Fachabi abgebrochen und dann nach einem Umzug aus meiner Heimatstadt endlich eine Ausbildung angefangen und bin wieder halbwegs in einen geregelten Ablauf gekommen. Der Umzug so weit weg aus meiner Heimatstadt kam dadurch zustande, dass meine Mutter ( Alleinerziehend / habe meinen Vater das letzte mal mit 4 Jahren gesehen) sich neu verliebt hat. Das ging alles sehr schnell war aber auch sehr schön und obwohl meine Mutter und ich nicht das beste Verhältniss zueinander haben habe ich mich doch sehr für Sie gefreut. So weit so gut das Glück heilt allerdings nicht sehr lange da mein Stiefdad ein ziemliches Arschloch ist ( Sry für die Wortwahl aber das hat seine Gründe ). Meine Mutter hat dann leider vor knapp einem halben Jahr wieder die Diagnose " Krebs " bekommen und zwar unheilbar im letzten Stadium, prompt darauf verlässt mein Stiefdad Sie und lässt Sie alleine. Daraufhin habe ich meine Probleme erstmal verdrängt und mich darauf konzentriert meine Ausbildung ordentlich zu machen und meine Mom iwie zu entlasten. Das ging bis zu Umzug in unsere Heimatstadt vor 3 Wochen auch gut nur übernimmt mich der Betrieb in dieser Stadt leider nicht womit die Probleme und der Teufelskreis gerade wieder von vorne anfangen. Zudem habe ich vor kurzem Antidepressiva von meinem Arzt verschrieben bekommen. Generell habe ich starke Probleme mit sozialen Kontakten und dem Umgang mit Menschen was mich leider auch oft in Probleme oder die Rolle des Außenseiters drängt. Freunde habe ich nicht viele bzw keine echten dafür eine Freundinn die mich über alles liebt. Leider habe ich aktuell für mich das Gefühl das meine Emotionen nicht mehr sehr stark sind oder reagieren. Sowohl bei Ihr auf der Beziehungsebene als auch in meinem alltäglichen Leben. Es fühlt sich alles eher gleichgülig und taub an und ich habe das Gefühl ich verarsche mich selber als ob bei mir eine Art Selbstschutzreaktion auftritt und meine Gefühle bannt. Ich habe auch kein wirkliches Ziel in meinem Leben alle alten bekannten ziehen mit 19 und Abi in der Tasche in Richtung Studium davon und ich dümpel mit 20 und meinem quali Real rum. Auch das nagt leider unendlich an meinem Selbswertgefühl das eh kaum vorhanden ist. Auch Schlafstörungen treten bei mir leider regelmäßig auf. Ich schaue täglich in den Spiegel und hasse mich selbst. Ich habe das Gefühl ich bremse sämtliche Leute in meinem Umfeld aus vor allem meine Freundinn die auch gerade Ihr Abitur in angriff nimmt. Ich erwarte jetzt auch nicht wirklich Rat von euch aber es tut einfach mal gut das alles wenigstens ein bisschen zu erzählen und nicht nur in mich reinzufressen. Ich hoffe dieser thread ist überhaupt für dieses Unterforum geeignet falls nicht schonmal entschuldigung im Voraus.

    #2
    Zuallererst ist der beste Rat den ich dir geben kann, die Unterstützung von anderen anzunehmen. Ich weiß du hast das Gefühl eine Belastung für andere zu sein, aber je mehr du zulässt dass sie dich unterstützen, desto kürzer musst du dieses Gefühl haben. Sprich mit deiner Freundin, sprich mit Bekannten, sprich mit deinem Arzt. Vor allem auch über die Antidepressiva, die könnten möglicherweise auch mitschuld an manchen deiner Symptome sein, wie der Gefühlskälte und Schlafstörungen. Muss nicht sein, aber kann. Rede mit deinem Arzt und gebt nicht auf bevor ihr ein Präparat gefunden habt das wirklich zu dir passt.
    Ich kann dir kein Ziel im Leben geben, das kannst du nur selbst. Aber ich kann dir raten, dich von der Vorstellung zu lösen, jeder Mensch müsste im Leben das selbe Ziel haben. Nur weil es andere Leute in deinem Alter glücklich macht sich in ihr Studium zu stürzen muss das nicht zwangsläufig auch dein Weg sein. Kann, muss aber nicht. Vielleicht wünschst du dir eigentlich etwas Anderes - eine Familie zu gründen, eine Weltreise zu machen, etwas für den guten Zweck zu tun, was auch immer. Vielleicht weißt du auch gar nicht, was du dir eigentlich wünschst. In dem Fall kann ich dir einen Tipp geben der in sehr vielen Fällen funktioniert: Wenn du nicht weißt was du Gutes für dich tun kannst, tu etwas Gutes für andere. Hilf ehrenamtlich in einem Tierheim oder Altersheim, mach Menschen die du magst kleine Geschenke und versuch für sie da zu sein. Das gibt dir das Gefühl nützlich zu sein, und nicht alle nur zu belasten. Vielleicht wäre ja sogar ein freiwilliges soziales Jahr eine Idee, wo du grade mitten in dieser Lebensorientierungsphase steckst.
    Ich bin vermutlich nicht optimal qualifiziert um anderen zu erklären wie sie am besten ihr Leben auf die Reihe kriegen, aber die wenigen Dinge die ich richtig gemacht hab kann ich mit dir teilen.
    Ein Gedanke noch, der mir oft hilft: Du kannst nichts ins Grab mitnehmen. Kein Studium, kein Geld, keinen großen Freundskreis. Alles was du im Leben hast, sind die Momente im Jetzt. Ich denke, es ist zweitrangig auf welche Weise du das tust, aber wenn du es schaffst dir im Jetzt ein paar schöne Momente zu schaffen, womit auch immer, ist das etwas was dein Leben deutlich verbessert. Du denkst gerade viel über deine Zukunft nach und das ist auch gut so, aber vergiss dabei nicht, einfach manchmal einen besonderen Moment mit deiner Freundin zu genießen, oder ein sinnloses Hobby von dir, oder ein Lachen, oder eine schnurrende Katze. Erlaub dir bei all deinen Zukunftsängsten auch einfach mal stehenzubleiben und zu sagen "dieser Moment, jetzt gerade, ist das was das Leben eigentlich ausmacht."

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