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Der Vater von meinem besten Freund ist gestorben, aber ihm ist es egal:(

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    Der Vater von meinem besten Freund ist gestorben, aber ihm ist es egal:(

    Hey, ich brauche unbedingt euren Rat:
    Vorgestern ist der Vater von meinem besten Freund mit 43 an Leukämie gestorben. Ich habe ihn auch ziemlich gut gekannt und bin immer noch total niedergeschmettert deswegen...
    Jedenfalls war ich schon vorher überrascht, dass er seinen Vater niemals im Krankenhaus besucht hat, und seine Schwester hat mir gesagt, ihm wäre es gleichgültig, aber ich dachte immer, er wolle es nicht wahrhaben oder so was://
    Und gestern Morgen, als er mich besuchen kam benahm er sich so wie immer und weinte nicht mal, ich war total geschockt!
    Heute hab ich mit ihm telefoniert und ihn gefragt was eigentlich los sei, und er hat mir gesagt, er wäre halt nicht so emotional und als sein Hund gestorben sei wäre er auch nicht traurig gewesen oder so. Er kann seinen Hund doch nicht mit seinem Vater vergleichen?!
    Ich mag ihn voll und er ist sonst auch wirklich lieb und ich kenne ihn eigentlich auch sehr gut, und ja vielleicht ist er nicht so emotional, aber ist so was normal?
    Es widert mich fast schon an wie egal ihm das ist, und ich denke mir ob er auch so gut gelaunt sein könnte wenn ich einfach so sterben würde...
    Was ist mit ihm los???

    #2
    Es widert mich fast schon an wie egal ihm das ist, und ich denke mir ob er auch so gut gelaunt sein könnte wenn ich einfach so sterben würde...
    Du machst einen Fehler: Du gehst davon aus, dass das Verhalten, was dein Freund nach außen zeigt, auch seine innere Gefühlswelt widerspiegelt. Das ist aber nicht zwingend so, gerade bei dem Thema Trauer: Denn jeder Mensch trauert auf seine eigene Art.

    Vor allem solltest Du bedenken: Sein Vater ist ganz frisch gestorben - es wird erstmal einige Zeit dauern, bis dein bester Freund wirklich realisieren und verinnerlichen wird, dass sein Vater nie wieder kommt. Dräng' ihn bloß nicht dazu, seine Trauer zeigen zu müssen und mach' ihm auch keine Vorwürfe wegen seiner nach außen gelebten "Ist-egal"-Einstellung.

    Die Tatsache, dass dein bester Freund seinen Vater nicht im Krankenhaus besucht hat, mag dich ganz besonders abschrecken bzw. dir nicht nachvollziehbar erscheinen. Aber hier sei dir gesagt: Manche Menschen wollen selbst bestimmen, welche Art von Erinnerung an eine geliebte Person sie sich beibehalten. Jemanden beim Sterben quasi zuzusehen (wenn sein Vater Leukämie hatte, vermute ich mal, dass sein Ableben jetzt nicht völlig unerwartet kam) kann die Erinnerung an diesen Menschen komplett verändern.

    Was ich dir raten würde: Akzeptiere das Verhalten deines besten Freundes einfach, auch wenn es dir schwer fällt. Es ist sein gutes Recht, mit dem Thema so umzugehen, wie es für ihn am erträglichsten ist.

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      #3
      Zitat von ShakespeareInLove Beitrag anzeigen
      Es widert mich fast schon an wie egal ihm das ist
      Diese Aussage kann ich absolut nicht nachvollziehen.

      Was ist wenn er kein gutes Verhältnis zu ihm hatte? Und selbst wenn doch, es sollte dir egal sein ob er trauert oder nicht. Ich meine gut, es war sein Vater. Aber es steht nirgends geschrieben, dass er dann traurig sein muss. Nur weil es üblich ist heißt es nicht, dass automatisch jeder um seine Eltern trauert.

      Und nur weil er keine Trauer zeigt, heißt es nicht, dass es ihm gleich vollkommen gleichgültig sein muss. Wie Linus schon sagte: Jeder trauert anders.
      Außerdem kann es auch sein dass er sich schon mit dem Tod seines Vaters abgefunden hat, als er von der Leukämie erfahren hat. Als meine Oma im November gestorben ist, hat mich das auch nicht mehr wirklich traurig gemacht, da ich jeden Moment damit gerechnet habe. Sie hatte vor ein paar Jahren einen Schlaganfall. Und mein Vater hat auch nicht um sie geweint. Es war uns halt allen schon bewusst. Vielleicht war das bei deinem Freund auch so.

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        #4
        Vielleicht ist seine ''Ignoranz'' etwas extrem, aber mMn ist das reiner Selbstschutz. Er versucht die Trauer solange wie möglich von sich fern zu halten. Wenn das einmal angekommen ist, dass sein Vater gestorben ist, wird er noch weniger wissen wie er damit umgehen soll.
        Und vielleicht konnte er seinen Vater einfach nicht so sterbenskrank im Krankenhaus sehen. Ich finde du bist wirklich nicht in der Position deinen Freund zu verurteilen. Jeder kommt mit solchen Schicksalsschlägen anders klar. Und irgendwann wird auch er anfangen das alles zu verarbeiten. Aber mein Gott, sein Vater ist vor wenigen Tagen gestorben, lass ihm verdammt nochmal Zeit.

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          #5
          Meine Vorposter haben das Wesentliche ja schon beschrieben, aber ich versuche mal, auch meinen Teil dazu beizutragen.

          Trauerarbeit ist eine ganz individuelle Angelegenheit und nicht mit erwarteten Standardreaktionen, wie Weinen, depressiver Gemütsverfassung, etc. verbunden.
          Jeder Mensch reagiert absolut unterschiedlich auf den Tod eines nahen Angehörigen. Es gibt so viele Faktoren, die zusammenwirken, dass es dafür einfach kein Patentrezept gibt.
          Dränge deinen Freund auch nicht, irgendeine Form von Trauer zu zeigen, die er im Moment gar nicht zeigen kann. Sei einfach für ihn da und nimm ihn so, wie er jetzt ist. Wenn er sich etwas von der Seele reden will, dann wird er das früher oder später schon machen.

          Lies dir das mal durch. Es hilft dir vielleicht, das Ganze etwas besser zu verstehen.

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            #6
            Ich kann nicht wirklich sagen dass sich etwas verändert hat, obwohl es nun schon eine Woche her ist.
            Immer wenn ich das Thema anspreche blockt er ab oder sagt es wäre alles in Ordnung...
            Wenn man diesen Trauerphasen glaubt, müsste er es ja langsam realisieren, aber ich fühl mich irgendwie wie vor den Kopf gestossen://

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              #7
              Du kannst ihn nicht dazu zwingen um ihn zu trauern.

              Außerdem ist Abblocken häufig eine Art von Verdrängung. Das kann ein Indiz für Trauer sein, muss aber nicht.

              Halte dich einfach da raus, auch wenn du seine Freundin bist. Es ist seine Sache und er kann selbst entscheiden ob und wie er trauert. Auch wenn es sein Vater ist, ist es kein Muss um ihn zu trauern. Du versuchst ihn dazu zu zwingen und das ist nicht richtig. Das ist auch gar nicht dein Recht, da es eine Privatangelegenheit ist.
              Zuletzt geändert von KekzAkaEve; 09.08.2013, 17:52.

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                #8
                Zitat von ShakespeareInLove Beitrag anzeigen
                Ich kann nicht wirklich sagen dass sich etwas verändert hat, obwohl es nun schon eine Woche her ist.
                Immer wenn ich das Thema anspreche blockt er ab oder sagt es wäre alles in Ordnung...
                Wenn man diesen Trauerphasen glaubt, müsste er es ja langsam realisieren, aber ich fühl mich irgendwie wie vor den Kopf gestossen://
                Es ist doch aber seine Sache, ob und wie er trauert? Faendest du es besser, er wuerde in Trauer versinken? Vielleicht hat er auch einfach schon frueher mit der Sache abgeschlossen, wo er noch nicht tot war.
                Du kannst diesbezueglich nichts aendern und es geht dich im Prinzip auch nichts an.

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                  #9
                  Vieleicht ist er ein Psychopath?

                  "Psychopathie bezeichnet eine schwere Persönlichkeitsstörung, die bei den Betroffenen mit dem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen einhergeht. Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen"

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                    #10
                    Zitat von _Linus_ Beitrag anzeigen
                    Du machst einen Fehler: Du gehst davon aus, dass das Verhalten, was dein Freund nach außen zeigt, auch seine innere Gefühlswelt widerspiegelt. Das ist aber nicht zwingend so, gerade bei dem Thema Trauer: Denn jeder Mensch trauert auf seine eigene Art.

                    Vor allem solltest Du bedenken: Sein Vater ist ganz frisch gestorben - es wird erstmal einige Zeit dauern, bis dein bester Freund wirklich realisieren und verinnerlichen wird, dass sein Vater nie wieder kommt. Dräng' ihn bloß nicht dazu, seine Trauer zeigen zu müssen und mach' ihm auch keine Vorwürfe wegen seiner nach außen gelebten "Ist-egal"-Einstellung.

                    Die Tatsache, dass dein bester Freund seinen Vater nicht im Krankenhaus besucht hat, mag dich ganz besonders abschrecken bzw. dir nicht nachvollziehbar erscheinen. Aber hier sei dir gesagt: Manche Menschen wollen selbst bestimmen, welche Art von Erinnerung an eine geliebte Person sie sich beibehalten. Jemanden beim Sterben quasi zuzusehen (wenn sein Vater Leukämie hatte, vermute ich mal, dass sein Ableben jetzt nicht völlig unerwartet kam) kann die Erinnerung an diesen Menschen komplett verändern.

                    Was ich dir raten würde: Akzeptiere das Verhalten deines besten Freundes einfach, auch wenn es dir schwer fällt. Es ist sein gutes Recht, mit dem Thema so umzugehen, wie es für ihn am erträglichsten ist.
                    Dem ist nur noch eines Hinzuzufügen:
                    Leider glauben Männer / Jungs besonders oft, dass sie keien Gefühle zeigen dürfen oder sollten.
                    Ein Bekannter von mir hat auf den Tod des Vaters ähnlich reagiert. Nämlich quasi gar nicht. Das ist jetzt Jahre her, und wir wissen jetzt alle: Es hat ihm einfach nur den Boden unter den Füßen weggezogen.

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                      #11
                      Mein Vater war nach dem Tod seiner Mutter ganz ähnlich drauf. Keine Gefühle, kein Weinen, keine Trauer. Zumindest strahlte er das nach Außen aus.

                      Heute weiß ich (nach vielen intensiven Gesprächen), dass er mit ihrem plötzlichen Tod ganz einfach nicht fertig wurde und deshalb alles abgeblockt hat, um nicht damit konfrontiert zu werden.

                      Zum Beispiel wollte er nie zum Friedhof gehen, seiner Aussage nach, sei es total sinnlos irgendwelche Knochen zu besuchen. Aber eigentlich konnte er die Tatsache, die seine Mutter dort begraben liegt, einfach nicht ertragen.

                      Also bitte: Verurteile deinen Freund nicht. Du kannst nicht wissen, wie es in seinem Inneren aussieht. Bei meinem Vater hat es Jahre (!!) gedauert, bis er sich das eingestehen konnte, also lass ihn jetzt erstmal ein bisschen in Ruhe mit diesem Thema.

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                        #12
                        Hallo
                        Ich bin 14 Jahre alt und vor einem Monat ist mein Vater gestorben. Ich habe genau wie dein Freund reagiert. Bis jetzt habe ich bloss vier mal geweint. An die Beerdigung wollte ich auch nicht, bin aber hingegangen. Ans Grab möchte ich nicht und darüber sprechen auch nicht.
                        Mein Psycholog meint, jeder trauert auf seine Weise.
                        Ich z.B. "weine" bzw "trauere" innerlich. Dein Freund wahrscheinlich auch.

                        Also verurteile nicht, bloss weil er anders reagiert, als du würdest.

                        PS: Ich hatte früher auch gedacht, dass ich die ganze Zeit weinen würde, wenn mein Vater stirbt
                        Aber ich lebe jetzt einfach normal weiter...

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                          #13
                          Vermutlich ist er ein Psychopath. Die haben keine Gefühle in dem Sinne

                          Kommentar


                            #14
                            Der Thread ist doch jetzt auch schon wieder alt... Aber um abschließend nochmal was zu sagen:
                            Gerade bei Krankheiten wie Leukäme oder Krebs weiß die Familie oft lange im Voraus was auf sie zukommt. Ich habe wegen dem Krebstod meines Opas auch nur 1-2 Mal geweint und sonst nicht viel von außen hab anmerken lassen, weil es mich selbst auch fertiggemacht hätte mich da so reinzusteigern nachdem ich das ganze Jahr vorher schon mitgelitten hab weil ich gesehen hab wie er immer mehr zerfällt. Jeder muss es mit sich selbst ausmachen, deswegen ist man noch lange kein Psychopath nur weil man für Außenstehende vllt abgeklärt wirkt.

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                              #15
                              Also, dass man das nicht mit dem Hund vergleichen kann, finde ich nicht. Vielleicht reagiert er auf Tode von geliebten Menschen/Tieren einfach anders. Wenn er religiös ist, dann weiß er, dass sein Vater jetzt zwar nicht mehr da ist, aber im Himmel ist und er nicht mehr leiden muss.
                              So sollte man das auch sehen und ich bewundere immer die Menschen, die das können.

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