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    #16
    Die Frage ist jetzt möglicherweise etwas dämlich, aber kommt das "Felis" zur Benennung von Katzen eigentlich vom lateinischen Felicitas, weil es so ein großes Glück ist eine Katze zu sein bzw. die Viecher sich so enthusiastisch vermehren?
    https://www.frag-caesar.de/lateinwoe...ersetzung.html

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      #17
      Zitat von Aspartam Beitrag anzeigen
      Die Frage ist jetzt möglicherweise etwas dämlich, aber kommt das "Felis" zur Benennung von Katzen eigentlich vom lateinischen Felicitas, weil es so ein großes Glück ist eine Katze zu sein bzw. die Viecher sich so enthusiastisch vermehren?
      https://www.frag-caesar.de/lateinwoe...ersetzung.html
      die Frage ist voll okay. Ich denke, wenn dann eher Bezug zum Glück. Aber hab da auf Schnelle auch nix gefunden.

      Dann: Auch wenn Angel_and_Demon sagte, dass Angriffe von Löwen häufiger als die von Tigern vorkommen, ist mein subjektiver Eindruck halt doch, dass Tiger angriffslustiger sind. Hab hier nochwas entdeckt. Frau zieht zwei weisse Tiger-babys auf. Sie hat voll zerkratzte Arme. Und meint, Löwen-Babys, die sie auch schon hatte, haben das nicht gemacht.
      Tiger sind nicht ohne. Und sie meint, weisse Tiger seien nochmal energischer als braune Tiger. Puh? oO


      Quietschpink macht lustig.........Gucci Gucci, Prada Prada? xD Brzzzz Brzzzz?
      Wenn Mädchen flennen, flenn ich mit. '-'
      »Stell’ Dir vor es geht...und keiner kriegt’s hin.« (W. Neuss)
      Was sitzt aufm Baum und winkt? ..... > Ein Huhu! ..... = LOL
      Ich weiss, dass ich ein Rad ab habe. Aber guck doch mal, wie schön es rollt...? Huiiiiiii!
      Wär ich ein Mädchen, hätte man mich Melanie genannt. Hmpf? xD

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        #18
        Mhm der männliche Felix hat ja den gleichen Ursprung und heißt "der Glückliche". Aber ob das etwas mit Felis zu tun hat? Ich schau grad mal in mein zoologisches Wörterbuch ...

        ... nein, da steht felix/ -icis: glücklich. Felis wird wohl zwar im Lateinischen verwendet, hat seinen Ursprung aber im Griechischen. Und dort bedeutet Felis schon Katze.



        Mhm ... Weiße Tiger sollen energischer sein als andere? Wage ich zu bezweifeln. Es kommt da wohl eher auf die Persönlichkeit des Tieres an. Ich könnte von meinen Katzen daheim schließlich auch nicht behaupten, dass die Schwarzen prinzipiell energischer wären als die anderen.

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          #19
          Soeben gelesen: in Nepal wurde eine 25-jährige Frau am Rande eines Nationalparks offenbar von einem Bengalischen Tiger angegriffen und tödlich verletzt. Das Tier habe betäubt werden müssen, damit man den Leichnam der Frau habe bergen können.
          Quelle: https://web.de/magazine/panorama/nep...parks-33103592
          In dem Artikel heißt es weiterhin, dass es am Rande von Nationalparks immer wieder zu Konflikten zwischen Mensch und Tier kommt.

          Leider muss man sagen, dass das ein Problem ist, das viele Nationalparks weltweit haben. Oft missachtet die lokale Bevölkerung die Grenzen der Nationalparks und siedelt innerhalb der Parks, was dann zu solchen Unfällen führen kann. In erster Linie bedeutet es aber, dass die eindringenden Menschen Holzeinschlag betreiben, um ihre Siedlungen errichten zu können und damit wertvollen Lebensraum innerhalb der Nationalparks zerstören. Aber auch die Wilderei nimmt dadurch häufig zu. Entweder, weil die Leute vor Ort auf die Jagd nach Buschfleisch gehen; das ist jedoch ein eher für Afrika typisches Problem, in Asien verbieten die religiösen Ansichten den Verzehr von Bush meat häufig, oder aber, weil man mit Wilderei viel Geld machen kann.

          Ein Tiger ist, in Einzelteilen verkauft, auf dem Schwarzmarkt eine wahre Goldgrube. Nach der politischen Wende hat zum Beispiel in Russlang die Wilderei auf Tiger wieder stark zugenommen, oft kann sich eine Familie für einen Tiger ein neues Auto leisten. Verkauft werden Tigerteile vor allem nach China und Südostasien, wo sie zu traditioneller chinesischer Medizin verarbeitet werden. So soll eine Suppe aus Tigerpenis beispielsweise die Potenz steigern, Tigerkrallen sollen heilende Wirkung haben. Sogar AIDS und Tumoren sollen mit Tigermedizin heilbar sein. Das ist natürlich vollkommener Schwachsinn. Dennoch ist, neben dem zunehmenden Lebensraumverlust, gerade die Wilderei das größte Problem für den Tiger.
          Nur Aufklärung in der Bevölkerung, eine strengere Kontrolle, scharfes Vorgehen gegen die Wildtiermafia und lückenlose Überwachung durch Anti-Wilderer-Einheiten in Nationalparks könnten diese Situation verbessern.

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            #20
            Zitat von Angel_and_Demon Beitrag anzeigen
            ... mit Tigermedizin heilbar sein. Das ist natürlich vollkommener Schwachsinn. Dennoch ist, neben dem zunehmenden Lebensraumverlust, gerade die Wilderei das größte Problem für den Tiger.
            Nur Aufklärung in der Bevölkerung, eine strengere Kontrolle, scharfes Vorgehen gegen die Wildtiermafia und lückenlose Überwachung durch Anti-Wilderer-Einheiten in Nationalparks könnten diese Situation verbessern.
            erinnert mich an selbes Problem zu Nashörnern.
            War dieser bekannte Schauspieler (Name gerade vergessen) der im Tierschutz tätig ist und dazu Bericht beim Markus Lanz brachte. Ganz schreckliche Bilder ... und alles wegen dem Unsinn, der in Asien wohl weit verbreitet ist.

            Quietschpink macht lustig.........Gucci Gucci, Prada Prada? xD Brzzzz Brzzzz?
            Wenn Mädchen flennen, flenn ich mit. '-'
            »Stell’ Dir vor es geht...und keiner kriegt’s hin.« (W. Neuss)
            Was sitzt aufm Baum und winkt? ..... > Ein Huhu! ..... = LOL
            Ich weiss, dass ich ein Rad ab habe. Aber guck doch mal, wie schön es rollt...? Huiiiiiii!
            Wär ich ein Mädchen, hätte man mich Melanie genannt. Hmpf? xD

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              #21
              Zitat von MarcMiuu Beitrag anzeigen
              erinnert mich an selbes Problem zu Nashörnern.
              War dieser bekannte Schauspieler (Name gerade vergessen) der im Tierschutz tätig ist und dazu Bericht beim Markus Lanz brachte. Ganz schreckliche Bilder ... und alles wegen dem Unsinn, der in Asien wohl weit verbreitet ist.
              Meinst du vielleicht Hannes Jaenicke?

              Mein letzter Urlaub in Tunesien war viel schöner als der in Donesien!

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                #22
                Zitat von alessamarie Beitrag anzeigen
                Meinst du vielleicht Hannes Jaenicke?
                jep, genau der!!! War glaube ich schon mehrmals beim Lanz wegen Tierwelt.
                Woher kennst du den? Ist er Hesse?

                Quietschpink macht lustig.........Gucci Gucci, Prada Prada? xD Brzzzz Brzzzz?
                Wenn Mädchen flennen, flenn ich mit. '-'
                »Stell’ Dir vor es geht...und keiner kriegt’s hin.« (W. Neuss)
                Was sitzt aufm Baum und winkt? ..... > Ein Huhu! ..... = LOL
                Ich weiss, dass ich ein Rad ab habe. Aber guck doch mal, wie schön es rollt...? Huiiiiiii!
                Wär ich ein Mädchen, hätte man mich Melanie genannt. Hmpf? xD

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                  #23
                  Zitat von MarcMiuu Beitrag anzeigen
                  jep, genau der!!! War glaube ich schon mehrmals beim Lanz wegen Tierwelt.
                  Woher kennst du den? Ist er Hesse?
                  Aus Filmen wie Allein unter Töchtern. Geboren ist er übrigens tatsächlich in Frankfurt am Main.
                  Mein letzter Urlaub in Tunesien war viel schöner als der in Donesien!

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                    #24
                    Er hat auch schon sehr bewegende Filme über bedrohte Arten wie Haie, Gorillas, Elefanten, Löwen und Delphine gedreht.

                    Die Doku über Elefanten hat mir bisher am besten gefallen: https://www.zdf.de/dokumentation/dok...etzer-100.html

                    Man spürt, dass Hannes Jaenicke diese Themen wirklich am Herzen liegen und er viel Zeit, Herzblut und Arbeit in diese Filme steckt und dann stört es auch nicht, dass diese Filme für meinen sonst eher nüchternen Geschmack zu emotional und voreingenommen sind. Aber gut, wenn es um Naturschutz geht, kann es eigentlich nicht emotional genug seinund hoffentlich damit auch ein großes Publikum erreicht werden. Leider werden die Filme vom ZDF meist ungünstig platziert, dienstags am späten Abend. Von mir aus hätten die Filme ruhig den Primetime Slot verdient, zum Beispiel am Sonntag, wenn diese schrecklichen Herzkino-Filme Pilcher und Co. über den TV-Äther geschickt werden.

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                      #25
                      Zitat von Angel_and_Demon Beitrag anzeigen
                      Eventuell sollte ich mal ein paar Zeilen zur Tigerzucht und zum Tigerzuchtbuch schreiben?
                      Das wäre echt interessant, denn darüber kam in den Tierdokus, die ich bis jetzt gesehen habe, noch nie etwas.

                      Mein letzter Urlaub in Tunesien war viel schöner als der in Donesien!

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                        #26
                        Zitat von alessamarie Beitrag anzeigen

                        Das wäre echt interessant, denn darüber kam in den Tierdokus, die ich bis jetzt gesehen habe, noch nie etwas.
                        Mach es einfach dem Affen nach ..


                        Schwall, schwall, Pflegefall!

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                          #27
                          Zitat von Angel_and_Demon Beitrag anzeigen
                          Man spürt, dass Hannes Jaenicke diese Themen wirklich am Herzen liegen und er viel Zeit, Herzblut und Arbeit in diese Filme steckt und dann stört es auch nicht, dass diese Filme für meinen sonst eher nüchternen Geschmack zu emotional und voreingenommen sind.
                          Ja, und darin unterscheidet er sich zum Glück total von den normalen Tiersendungen. In Dokus berichten sie immer "kalt distanziert", da fehlt mir oft irgendwie die persönliche Anteilnahme. Es kommt einem halt so vor, dass die Filmleute zum Drehort fahren, ihren Job erledigen und anschließend wieder abreisen. Deshalb verfolge ich die Filme von Hannes Jaenicke gefühlsmäßig viel intensiver, er bringt seinen Zuschauern die Tiere viel besser ins Herz, sodass sie sich ihnen emotional verbunden fühlen. Also mir geht es zumindest so.
                          Mein letzter Urlaub in Tunesien war viel schöner als der in Donesien!

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                            #28
                            Zitat von alessamarie Beitrag anzeigen

                            Ja, und darin unterscheidet er sich zum Glück total von den normalen Tiersendungen. In Dokus berichten sie immer "kalt distanziert", da fehlt mir oft irgendwie die persönliche Anteilnahme. Es kommt einem halt so vor, dass die Filmleute zum Drehort fahren, ihren Job erledigen und anschließend wieder abreisen. Deshalb verfolge ich die Filme von Hannes Jaenicke gefühlsmäßig viel intensiver, er bringt seinen Zuschauern die Tiere viel besser ins Herz, sodass sie sich ihnen emotional verbunden fühlen. Also mir geht es zumindest so.
                            Es kommt ganz auf die Absicht des Filmes an, würde ich sagen. Grundsätzlich erwarte ich von einer Dokumentation, dass sie möglichst neutral bleibt und möglichst das wiedergibt, was tatsächlich geschieht. Klar, der Film soll letzten Endes beim Publikum gut ankommen, also muss man sich trotzdem für die Filmaufnahmen eine gewisse Dramaturgie und ein Story telling ausdenken. Und natürlich wirken die Bilder noch einmal dramatischer, wenn sie mit guter Filmmusik unterlegt werden, wenn sie möglichst einzigartig sind und wenn dann noch Zeitraffer/Zeitlupeaufnahmen hinzu kommen, ist das schon nicht schlecht. Trotzdem sollte am Ende sicher gestellt werden, dass der Film am Ende den Tieren gerecht wird und diese nicht zu stark vermenschlicht.

                            Bei den Filmen von Hannes Jaenicke liegt der Fokus aber ganz woanders. Da liegt der Schwerpunkt nicht darauf, die Schönheit der Natur oder das Leben der Tiere zu zeigen, sondern hier geht es ja eher darum, Menschen wach zu rütteln, schonungslos den Spiegel vorzuhalten und zu zeigen, wie grausam und dumm wir Menschen sind.Mit welcher Arroganz wir uns sozusagen anmaßen, über andere Geschöpfe zu richten und wie wir gedankenlos den Planeten ausplündern und wie rücksichtslos wir es in Kauf nehmen, dass hier möglicherweise Arten für immer verschwinden werden (und nein, das Argument, es hätte schon immer Aussterbeereignisse gegeben, zählt nicht, denn das durch den Menschen verursachte Artensterben ist mit nichts vergleichbar, was in der Erdgeschichte zuvor geschehen ist).
                            Dabei kann es für mich dann auch kaum emotional genug sein. Weil hier die Absicht eine andere (als das bloße Berichten) ist, können diese Filme nicht emotional genug sein. Im Grunde genommen hat man das Ziel dann erreicht, wenn der Zuschauer am Ende in Tränen ausbricht.

                            Wo wir schon einmal bei diesem Thema sind. Zwei Herren, die in ganz ähnlicher Weise, aber in etwas ruhigerer Art, Filme machen, sind Frank Elstner (u. a. der Erfinder von "Wetten, dass ...?") und Matthias Reinschmidt (ehemals Direktor des Loro Parque auf Teneriffa und aktuell der Zoodirektor in Karlsruhe). Ich verlinke mal ein Video zur aktuellsten Sendung über europäische Tiere, denn da kommen auch unsere Freunde aus dem anderen Thread vor, die Waldrappe!

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                              #29
                              Zitat von alessamarie Beitrag anzeigen

                              Das wäre echt interessant, denn darüber kam in den Tierdokus, die ich bis jetzt gesehen habe, noch nie etwas.
                              Okay, dann will ich mal ...

                              Also grundsätzlich ist es so, dass es verschiedene Arten von Zuchtbüchern gibt. Es gibt grundsätzlich Zuchtbücher, die nur in europäischen Zoos geführt werden (so genannte ESBs, European Studbooks) und solche, die international (also weltweit) geführt werden, die ISBs oder International Studbooks. Das Zuchtbuch für den Tiger ist eines der letzteren Sorte. Es eignet sich deshalb so gut als Beispiel für ein Zuchtbuch, weil es das bis heute umfangreichste Zuchtbuch überhaupt ist und schon vergleichsweise lange geführt wird (obwohl es noch ältere gibt, das älteste dürfte meines Wissens nach das Zuchtbuch für Wisente sein). Geführt wird das ISB für den Tiger seit 1973 im Zoo Leipzig (unter anderem, weil die Haltung dort sehr lange Tradition ist und Leipzig der erfolgreichste Züchter von Amurtigern weltweit ist, also mit sehr viel Erfahrung aufwarten kann). Verantwortlich für das Zuchtbuch ist seit dieser Zeit Peter Müller, der in den 1990ern auch Zoodirektor dort gewesen ist. Ich habe ihn mal selbst kennenlernen dürfen, übrigens ein sehr netter Mann, mit dem man sich prima unterhalten kann!

                              Im Prinzip muss man sich so ein Zuchtbuch wie ein sehr großes Familienstammbuch vorstellen. Darin enthalten sind Informationen über jeden einzelnen Tiger in einem Zoo weltweit (oder auch von Privathaltern, sofern diese am internationalen Zuchtprogramm teilnehmen) enthalten: natürlich das Geschlecht, Geburtstag und -Ort; wer dessen Eltern waren, genetische Informationen, die Unterartzugehörigkeit und so weiter. Das Buch wird jährlich aktualisiert, man kann sich also vorstellen, wie umfangreich diese Organisationsarbeit sein muss.
                              Anhand des Zuchtbuches kann nun der Zuchtbuchführer zusammen mit einer Expertenkommision Zuchtbuchempfehlungen aussprechen. Das heißt also, dass Zoos nicht wahllos Tiger züchten dürfen wie sie wollen. Das hat unter anderem auch den Hintergrund, dass sichergestellt werden muss, dass der Nachwuchs später auch vermittelbar ist, dass es also genug Platz für eine artgerechte Haltung gibt.
                              Außerdem wird bei so einer Zuchtbuchempfehlung darauf geachtet, ob ein Zoo beispielsweise in der Vergangenheit mit einem Zuchtpaar schon mehrfach gezüchtet hat, ob also die Gene dieser Tiger im Genpool schon stark vertreten sind. In der Regel wird hier natürlich solchen Tieren der Vorzug gegeben, deren Gene noch sehr selten im Genpool vertreten sind, denn das oberste Ziel ist es, eine genetisch gesunde Zoopopulation aufzubauen, die auch in hundert Jahren noch vital ist und nahezu keine Einbußen in der genetischen Variabilität aufweist. Nebenbei bemerkt, das klappt bei Arten wie dem Tiger ganz gut, der wird ja von sehr vielen Zoos gehalten, es gibt also eine große Ausgangsvielfalt. Bei anderen Arten, wo es vielleicht nur zehn oder zwanzig Tiere überhaupt gibt, die als Gründertiere der Zoopopulation fungieren, ist das wesentlich schwieriger, weil die genetische Vielfalt schon im Voraus deutlich geringer ist.
                              Der Zuchtbuchführer spricht daher in der Regel Empfehlungen aus, welche Tiere miteinander verpaart werden sollen, entscheidet, welcher Tiger später mal in welchem Zoo für Nachwuchs sorgen soll oder empfiehlt gegebenenfalls auch mal den Austausch von Tigern mit einem anderen Zoo. So kann es zum Beispiel sein, dass ein genetisch wertvoller Kater auf "Hochzeitsreise" geschickt wird, um dort mit den Katzen verpaart zu werden, anschließend geht es in einen weiteren Zoo und so weiter.

                              Der Zuchtuchführer entscheidet manchmal auch, dass ein Zoo nicht züchten darf, beziehungsweise erst einmal die anderen Zoos züchten dürfen. Dabei ist es auch egal, ob es dann tatsächlich zu Nachwuchs kommt. Wenn ein Zoo beispielsweise ein Paar zusammen lässt, es aber zu keiner Befruchtung kommt, muss der Zoo warten, bis vom ISB eine erneute Zuchtbuchempfehlung kommt und darf das Paar nicht noch einmal zusammen lassen.

                              Natürlich ist man beim Führen von Zuchtbüchern darauf angewiesen, dass auch genetische Studien durchgeführt werden. Mitunter kann es dann sein, dass ein Tier aus dem Zuchtbuch gestrichen werden muss, weil es für die Zucht nicht tauglich ist. Das ist der Fall, wenn sich herausstellt, dass ein Tier nicht eindeutig einer bestimmten Unterart zugewiesen werden kann. So einen Fall gab es in Leipzig vor einigen Jahren. Durch genetische Analysen hatte man festgestellt, dass der dort lebende Kater Mischa (der inzwischen leider verstorben ist) kein reiner Amurtiger war, sondern irgendwann einmal in der Vergangenheit in dessen Zuchtlinie ein Sumatratiger eingekreuzt wurde. Man hat sich daher dazu entschlossen, Mischa und dessen gesamten Nachwuchs aus dem Zuchtprogramm zu nehmen, indem man sie kastriert hat. Hierbei muss man, wie ich oben bereits erwähnte, aber immer abwägen, was man als Ausgangsbasis hat. Beim Amurleoparden (eine extrem seltene Unterart des Leoparden, die sich ihren Lebensraum mit dem Amurtiger teilt) hat man zum Beispiel in Kauf genommen, dass nachweislich zwei der Gründertiere nicht unterartenrein waren, weil die Ausgangsbasis dort sehr klein war (tatsächlich ist es sogar so, dass aufgrund der Seltenheit, vor nicht einmal zehn Jahren war der Bestand in Russland auf gerade mal 25 Tiere gesunken, selbst in der Natur schon eine genetische Verarmung als Folge von Inzucht eingesetzt hat). In dem Fall heißt es dann sozusagen, lieber etwas unrein züchten als alles zu verlieren. Nebenbei bemerkt, auch hier achtet man dennoch weiterhin darauf, möglichst so zu züchten, dass ein Großteil der Nachkommen reinerbig bleibt.

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                                #30
                                Zitat von Angel_and_Demon Beitrag anzeigen

                                Okay, dann will ich mal ...
                                Vielen Dank für deine ausführlichen Informationen, fand ich echt sehr interessant.

                                Wenn ich es richtig verstanden habe, beziehen sich diese Zuchtprogramme auf Zoos. Wäre es eigentlich auch möglich, zum Beispiel Amur Tiger dort zu züchten, sie später aber in Sibirien auszuwildern, um den Bestand zu sichern?

                                Mein letzter Urlaub in Tunesien war viel schöner als der in Donesien!

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